Politik

Dauerhafte Trendumkehr Expertin: Osten wird attraktiver

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Rostock gehört zu den Städten im Osten, die wachsen.

(Foto: imago/imagebroker)

Mehr Beschäftigung, gute Hochschulen und günstigere Mieten: Die neuen Bundesländer werden in den kommenden Jahren unter dem Strich dauerhaft mehr Menschen anziehen als von dort abwandern. Allerdings gilt dies nicht für alle Regionen.

Angesichts der Trendumkehr bei der Ost-West-Wanderung sieht das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung eine längerfristige positive Entwicklung für Ostdeutschland. "Wir sehen, dass die Zahl der Beschäftigten im Osten in den letzten Jahren stetig gestiegen ist, dass die Universitäten sehr attraktiv sind, und die Angebotsmieten im Durchschnitt im Osten einen Euro günstiger als in Westdeutschland sind, auch günstiger als in Berlin", sagte die Forschungsdirektorin des Bundesinstituts, Nikola Sander, im RBB-Inforadio. "Davon profitiert jetzt natürlich der Osten, dass er die jungen Menschen halten kann, die dort vor Ort jetzt Arbeit finden."

Das Institut hatte gestern eine Studie vorgestellt, der zufolge es 2017 erstmals seit der Wiedervereinigung mehr Umzüge von Westdeutschland in die ostdeutschen Flächenländer gab als umgekehrt - unter dem Strich ein Plus von 4000 Menschen.

Langfristig laufe es mit Blick auf die Daten auf ein ausgeglichenes Wanderungsverhältnis in den nächsten Jahren zwischen Ost und West hinaus, sagte Sander. Nicht alle Länder profitieren: Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben unter dem Strich ein Wanderungsplus, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein Minus. Das liegt nach Einschätzung der Forscherin vor allem daran, dass diese beiden Länder näher an Westdeutschland liegen. "Aber generell sehen wir auch für diese Länder, dass die jungen Erwachsenen weniger abwandern."

Für Brandenburg werde der Zuzug aus Berlin immer wichtiger, gerade von jungen Familien, sagte die Wissenschaftlerin. 2017 seien etwa 32.000 Menschen aus Berlin nach Brandenburg gezogen, in entgegengesetzter Richtung seien es etwa 18.000 Menschen gewesen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa