Politik

Für Normalbürger FDP will Steuererklärung abschaffen

Die Steuererklärung ist jedes Jahr aufs Neue kraft- und zeitraubend. Wie es entspannter geht, beweisen die Schweden. Dort erledigt die moderne Technik den anstrengenden Teil, die Bürger nicken nur ab. Für die FDP ein durchaus nachahmenswertes Modell.

FDP-Fraktionsvize Christian Dürr will die Steuererklärung für den Normalbürger überflüssig machen. Der Finanzexperte schlägt vor, dass der Steuerbescheid künftig automatisch vom Finanzamt erstellt wird. Der Steuerzahler soll den Bescheid nur noch per SMS bestätigen. Im digitalen Zeitalter solle überlegt werden, "wie man mit Hilfe der Digitalisierung die Steuererklärung vollständig abschaffen kann", sagte Dürr dem "Handelsblatt". "Die Kombination aus Digitalisierung und Steuervereinfachung könnte der goldene Weg sein, um den Menschen endlich eine wirklich spürbare Entlastung bei dem bürokratischen Steuerwahnsinn zu geben."

Ein Konzept des Finanzpolitikers sieht vor, die Informationen, die Arbeitnehmer jedes Jahr ans Finanzamt übermitteln, künftig automatisiert und digital abzurufen. Dazu gehören etwa die Arbeitnehmersparzulage, die Wohnungsbauprämie oder das Elterngeld. Auch Spendenorganisationen, Berufsverbände und Gewerkschaften könnten Spenden und Beiträge des Arbeitnehmers nach Einwilligung direkt ans Finanzamt melden.

Denkbar ist laut Dürr auch, dass die Privatwirtschaft einbezogen werden kann. In seiner Vorstellung könnten etwa Onlinehändler gekaufte Fachliteratur ans Finanzamt melden. Um die Steuererklärung ganz abzuschaffen, müssten aber auch Steuerausnahmen abgeschafft und Pauschalen ausgeweitet werden, etwa eine Pauschale für das steuerlich absetzbare Arbeitszimmer eingeführt werden.

In Schweden gibt es bereits seit Jahren eine vollautomatische Steuererklärung, die die Steuerzahler nur per SMS bestätigen.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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