Politik

Freiwillig oder nicht? Fast jeder Vierte für Corona-Impfpflicht

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Wer sich gegen Corona impfen lassen möchte, für den sieht es in einigen Bundesländern inzwischen deutlich besser aus als in den vergangenen Monaten.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

In Deutschland steigt zwar die Zahl der gegen Corona Geimpften weiter an. Gleichzeitig breitet sich die offenbar deutlich ansteckendere Delta-Variante aus. Eine Umfrage von RTL/ntv ergibt vor diesem Hintergrund: Fast jeder vierte Bürger spricht sich für eine Impfpflicht aus - unter einer Bedingung.

Fast jeder Vierte in Deutschland spricht sich nach dem Auftreten der Delta-Variante des Coronavirus für eine Impfpflicht aus. Dies ergab eine veröffentlichte Forsa-Umfrage für das RTL/ntv-"Trendbarometer". Demnach sprechen sich 22 Prozent der Befragten für eine Impfpflicht für alle Bürger aus, bei denen keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen.

Drei Viertel der Umfrageteilnehmer (77 Prozent) finden hingegen, die Corona-Impfung sollte weiterhin freiwillig bleiben. Für eine Impfpflicht sprechen sich der Befragung zufolge am ehesten die über 60-Jährigen (36 Prozent) sowie die Anhänger von CDU und CSU (37 Prozent) aus. Gegen eine Pflicht sind insbesondere die Anhänger von FDP (85 Prozent) und AfD (91 Prozent). Für das "Trendbarometer" befragte Forsa vom 15. bis zum 28. Juni 1001 Menschen.

Wer sich gegen Corona impfen lassen möchte, für den sieht es in einigen Bundesländern inzwischen deutlich besser aus als in den vergangenen Monaten: In Sachsen etwa ist ab Ende der Woche ein Besuch im Impfzentrum auch spontan ohne Termin möglich, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping ankündigte. Von diesem Freitag an gelte das Angebot für den Impfstoff von Astrazeneca, ab Mitte nächster Woche dann auch für die Vakzine von Biontech und Moderna.

In Niedersachsen ist eine Corona-Schutzimpfung voraussichtlich ab der kommenden Woche ohne Warteliste möglich, da die Impfzentren deutlich mehr Impfstoff als erwartet erhalten. "Im Juli können wir versprechen, dass jeder, der sich um einen Impftermin bemüht, diesen für die Erstimpfung auch im Juli erhält", sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens. Die Warteliste mit derzeit noch 155.000 Impfwilligen werde bis zur kommenden Woche abgebaut. Wer künftig einen Termin abmache, könne rund eine Woche später seine Impfung bekommen. Im Juli erhielten die Impfzentren wöchentlich über 300.000 Impfdosen.

Bayern hatte am Montag mitgeteilt, dass noch in dieser Woche auch in den Impfzentren jegliche Priorisierung aufgehoben werden soll. Ziel ist es, die Impfwilligen besser zu erreichen, die bisher noch kein Angebot erhalten haben. Bislang war nur in Arztpraxen die Impfung für alle Menschen freigegeben. "Es darf kein Impfstoff übrig bleiben", hatte Ministerpräsident Markus Söder gesagt.

In den Impfzentren in Husum und Niebüll im Kreis Nordfriesland (Schleswig-Holstein) kann sich ab sofort jeder für eine Covid-19-Schutzimpfung mit übrig gebliebenen Dosen des Biontech-Präparats anmelden. "Bisher haben wir unsere Reste eingesetzt, um besonders gefährdete Personengruppen außer der Reihe zu impfen - zum Beispiel Klinikmitarbeiter, Pflegedienste und den Rettungsdienst", sagte Impf-Koordinator Bernd Petersen. Diese seien mittlerweile alle geimpft.

In Hamburg sind unterdessen die Corona-Schutzimpfungen für Obdachlose nach Angaben der Sozialbehörde abgeschlossen. Etwa 1800 bis 2000 Obdachlose seien geimpft worden, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Seit Ende April ermöglichten mobile Impfteams und zahlreiche Einrichtungen die Corona-Schutzimpfungen für Obdachlose mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem eine Impfung reicht.

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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