Politik

"Rechtsrock" in Themar Festival endet mit Strafanzeigen

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Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um mögliche Protestaktionen friedlich zu begleiten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Beamten in Thüringen nehmen mehr als 40 Anzeigen bei dem rechtsextremen Festival in Thüringen auf. Vornehmlich wegen unzulässiger Kennzeichen und Tätowierungen. Gestört wird das Festival zudem von fast so vielen Gegendemonstranten, wie es Teilnehmer gibt.

Bei dem Rechtsrock-Festival im südthüringischen Themar hat die Polizei 45 Strafanzeigen aufgenommen. Überwiegend ging es dabei nach Angaben eines Sprechers um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Rechtsextreme, die etwa verbotene Zeichen tätowiert hatten, mussten diese abkleben.

Am Freitag kamen laut Polizei rund 380 Besucher zu dem Rechtsrock-Festival, am Samstag über den Tag verteilt 920. Zudem versammelten sich Hunderte Gegendemonstranten: Am Samstag protestierten den Veranstaltern zufolge in der Summe 800 Menschen neben dem Festivalgelände.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow zog ein positives Fazit der Proteste gegen das Rechtsrock-Festival. "Erstmal ist es toll, dass die Zivilgesellschaft zusammengestanden und ein breites, fröhliches Fest gegen Intoleranz gefeiert hat", sagte er. Die Polizei, das Landratsamt und das Thüringer Innenministerium hätten bewiesen, "dass man sich von Demokratieverächtern nicht auf der Nase herumtanzen lässt", so Ramelow.

Die Stadt war das dritte Jahr in Folge Schauplatz eines Rechtsrock-Festivals, das als politische Versammlung angemeldet war. Nachdem strenge Auflagen der Behörden für das Konzert über zwei gerichtliche Instanzen Bestand hatten, griff die Polizei hart durch, wenn Teilnehmer gegen Auflagen verstießen oder sie im Verdacht standen, Straftaten zu begehen. Hunderte Polizisten aus mehreren Bundesländern waren im Einsatz.

Auf dem Festivalgelände war für den ganzen Samstag ein Alkoholverbot verhängt worden. Die Polizei beschlagnahmte auf dem Gelände unter anderem 16 Bierfässer und 188 Sixpacks mit Bier. Zusätzlich hatte die Polizei eine Tankstelle in der Nähe des Festivalgeländes angemietet, die die Festivalgänger in den vergangenen Jahren zur Getränkeversorgung genutzt hatten.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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