Politik

Botschafter einbestellt Französischer Zoll-Einsatz empört Italiener

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Die französischen Beamten reisten in dem Zug zwischen Paris und Mailand (Symbolbild).

(Foto: imago/Insidefoto)

Auf einer Zugfahrt zwischen Paris und Mailand verdächtigen französische Zollbeamte einen Mann des Drogenschmuggels. In einem bewaffneten Einsatz wollen sie ihn überführen - allerdings auf der italienischen Seite der Grenze.

Ein Einsatz bewaffneter französischer Zollbeamten bei einer Hilfsorganisation für Migranten in Italien hat dort Empörung ausgelöst. Die Franzosen hatten einen Nigerianer im Bahnhof des italienischen Grenzortes Bardonnechia zu einem Drogentest aufgefordert. Dabei hätten sie auch Mitarbeiter der Hilfsorganisation bedroht, die in dem Bahnhof Migranten betreuen, wie die Organisation Rainbow4Africa erklärte.

Aus Verärgerung über den Einsatz auf italienischem Staatsgebiet bestellte die Regierung in Rom den französischen Botschafter ein. Das italienische Außenministerium sprach von einem "schwerwiegenden Vorfall ohne Rechtfertigung". Die französische Regierung wies die Anschuldigungen zurück.

Nach Angaben des Haushaltsministeriums hatten Zollbeamte im Zug von Paris nach Mailand den in Italien wohnhaften Mann verdächtigt, in seinem Körper Drogen zu transportieren. Nachdem er einem Urintest zugestimmt habe, hätten sie gewartet, bis sie am Bahnhof Bardonnechia angekommen waren. Dort gebe es einen Raum, der dem französischen Zoll auf Grundlage einer Vereinbarung von 1990 zur Verfügung gestellt sei. Der werde seit einigen Monaten auch von der Hilfsorganisation genutzt. Deshalb hätten die Beamten darum gebeten, die Sanitäranlagen zu nutzen, was ihnen auch gestattet worden sei. Die Kontrolle sei letztlich negativ gewesen, aber einige Mitglieder der Organisation hätten verlangt, dass der Mann bei ihnen bleiben könne.

Quelle: ntv.de, lou/dpa