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Kein Wort zu Assads Zukunft G8 will Übergangsregierung für Syrien

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Putin, Cameron, Obama und Hollande in Irland.

AP

Russland ist einer der letzten Verbündeten Assads und liefert dessen Truppen Waffen. Damit steht Moskau im Konflikt mit den übrigen Mitgliedern der Gruppe der wichtigsten Industrienationen. Doch mit seiner Blockadehaltung setzt sich Präsident Putin nicht durch.

Russland und seine G8-Partner haben sich auf eine gemeinsame Erklärung zum Bürgerkrieg in Syrien geeinigt. Es soll so schnell wie möglich eine handlungsfähige Übergangsregierung bestimmt werden, wie aus Delegationskreisen beim G8-Gipfel in Nordirland verlautete. Zur künftigen Rolle des syrischen Machthabers Baschar al-Assad sagt die Erklärung nichts.

Zuvor waren bei dem Treffen in Nordirland deutliche Meinungsverschiedenheiten mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zutage getreten. "Es gibt fast eine Sieben-zu-Eins-Haltung zu Syrien, und Putin hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg", hieß es in den Kreisen.

Scheitern war inbegriffen

Bereits vor Beginn der Beratungen der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands hatte Putin seine Unterstützung für den syrischen Machthaber Assad bekräftigt. Während der Westen seinen Rücktritt verlangt, will Moskau den langjährigen Verbündeten nicht fallenlassen. Auch ein Vier-Augen-Gespräch Putins mit US-Präsident Barack Obama am Montagabend brachte keine Annäherung. "Natürlich sind wir nicht völlig einer Meinung, aber wir alle wollen die Gewalt in Syrien stoppen", hatte Putin in der Nacht gesagt. Gastgeber Großbritannien hatte zwischenzeitlich das Scheitern einer gemeinsamen Erklärung nicht ausgeschlossen.

Russland stemmt sich insbesondere gegen die von Obama geplante militärische Unterstützung der Gegner von Assad. Zugleich verteidigte Putin die eigenen Waffenlieferungen an die Regierungstruppen.

Die in Genf geplante Syrien-Friedenskonferenz wird hingegen wohl nicht vor August stattfinden. Ein Treffen im Juli sei unwahrscheinlich, hieß es aus den Beratungen in Enniskillen. Einer der Streitpunkte ist, ob durch die Konferenz die politische Zukunft Assads besiegelt wird.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP/rts

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