Auftakt im Sägemord-ProzessGeständnis zu Beginn
Drei Männer sollen einen 35-Jährigen brutal ermordet und ihr Opfer mit einer Eisensäge enthauptet haben. Ein Angeklagter gestand.
Unter großem Medienandrang und mit einem Geständnis hat der so genannte "Sägemord-Prozess" gegen drei Männer vor dem Landgericht Münster begonnen. Ein 27-jähriger Angeklagter gab zu, dem 35 Jahre alten Opfer einen Schal um den Hals gelegt und mit der Erdrosselung des Mannes begonnen zu haben. Die beiden Mitangeklagten seien ihm dabei behilflich gewesen. "Ich weiß selber nicht, warum ich bei der Sache mitgemacht habe. Ich war unter Alkohol", erklärte der Geständige.
Dem 27-Jährigen und einem 35-Jährigen wird als Hauptangeklagten vorgeworfen, einen 35 Jahre alten Bekannten misshandelt und auf bestialische Art getötet zu haben. Dabei sei dem möglicherweise noch lebenden Mann der Kopf mit einer Eisensäge abgetrennt worden, heißt es in der Anklage. Ein 29 Jahre alter Mitangeklagter wird der Beihilfe beschuldigt.
Nach der Tat am 20. Juli des vergangenen Jahres soll das Trio Leichnam und Haupt zu einem Spielplatz gebracht und den Kopf dort vergraben haben. Der Körper war kurz nach der Tat, der Kopf erst einige Tage später entdeckt worden.
Während die 27 und 29 Jahre alten Angeklagten schon zu Prozessbeginn angekündigt hatten, sich zur Tat äußern zu wollen, lehnte der 35-Jährige dies ab. Der Mord und das anschließende Ermittlungsverfahren hatten bundesweit Aufsehen erregt. Nachdem die drei Beschuldigten Ende Juli in Haft genommen waren, kamen sie im Februar 2002 auf Grund einer Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm auf freien Fuß.
Das OLG warf der Münsteraner Staatsanwaltschaft erhebliche Verfahrensverzögerung vor. Kurz nach diesem Beschluss waren die beiden Hauptverdächtigen jedoch wegen Bewährungsverstoßes wieder in Haft genommen worden.