Politik
Die Gigaliner sind deutlich länger als bisher erlaubte Laster.
Die Gigaliner sind deutlich länger als bisher erlaubte Laster.(Foto: dpa)
Montag, 20. Februar 2012

"Gefahr im Verzug" bei Bahnschranken?: Gigaliner sind lang, lang, lang

Die Allianz pro Schiene ist besorgt. Bis zu 25 Meter lang sind die sogenannten Gigaliner, die seit Januar testweise durch sieben Bundesländer rollen dürfen. Da die Bahnübergänge nicht für Riesen-Laster ausgelegt seien, sei dies höchst gefährlich, warnt nun das Schienenbündnis. Im Bundesverkehrsministerium gibt man sich gelassen.

Die Allianz pro Schiene schlägt Alarm. Die umstrittenen neuen Gigaliner kreuzen auf ihren Routen durch mehrere Bundesländer auch Bahnübergänge, obwohl diese dafür nicht ausgelegt seien, heißt es bei dem Bündnis zur Förderung des Schienenverkehrs. Die Ampelsignale und Schrankenschaltungen dieser Übergänge seien zu kurz, die Räumzeit zu knapp, kritisierte Allianz pro Schiene. Ab sofort sei "Gefahr im Verzug", warnte Geschäftsführer Dirk Flege.

Die Riesen-Lkw mit einer Länge bis zu 25,5 Meter dürfen seit Gigaliner rollen ab Januar testweise in sieben Bundesländern fahren - bislang sind sie aber noch nicht unterwegs. Lediglich eine Spedition in Bayern hat bereits zwei Gigaliner auf die Straße geschickt. In größerem Maßstab soll der Test mit den Riesen-Lkw ab Anfang März beginnen. Bislang sind Lkw höchstens 18,75 Meter lang.

Die Allianz pro Schiene wertete nun das Netz der genehmigten Riesen-Lkw-Routen stichprobenartig aus und entdeckte dabei 25 Bahnübergänge - zehn in Schleswig-Holstein, fünf in Niedersachsen, sechs in Bayern und vier in Hessen. Zuständig für die Genehmigung sind die Länder.

Das Bundesverkehrsministerium hatte die Bundesländer gebeten, möglichst keine Bahnübergänge ins Streckennetz aufzunehmen, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Sollte es nun welche geben, "dann gehen wir davon aus, dass die Länder dies geprüft haben und die Strecken geeignet sind" für Gigaliner. Das gelte auch für andere problematische Abschnitte wie Kreisverkehre oder enge Kurven. "Wir gehen davon aus, dass kein Sicherheitsrisiko besteht", sagte der Ministeriumssprecher.

Flege forderte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dagegen auf, den Versuch mit den Riesen-Lkw "sofort zu stoppen". Er müsse das für den Versuch zugelassene Straßennetz "um sämtliche Straßen mit Bahnübergängen bereinigen".

Quelle: n-tv.de