Politik

"Zum Glück Journalisten im Zug" Greta ist genervt von Verschwörungstheorien

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Greta Thunberg auf dem Klimagipfel in Madrid.

(Foto: REUTERS)

Der Klimagipfel in Madrid ist ohne Fortschritt geblieben und auch die Debatte um Gretas Heimreise per Zug durch Deutschland steckt gefühlt in der Endlosschleife. Auf Twitter beschwert sich Greta über das massive Interesse an ihrer Zugfahrt. Zum Glück könnten Journalisten bestätigen, dass sie im ICE auf dem Boden saß.

Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg hat sich verwundert über die breite Medien-Berichterstattung zu ihrem Foto aus einem ICE geäußert. "Überraschenderweise scheinen die Medien stärker an Zugfahrten eines Teenagers interessiert zu sein als an der Tatsache, dass die #COP25 (Klimakonferenz) gescheitert ist", twitterte die 16-Jährige am Abend.

Am Samstag hatte Thunberg bei Twitter ein Foto gepostet, das sie auf dem Boden sitzend zwischen Koffern in einem ICE zeigt. Dazu hatte sie geschrieben: "In überfüllten Zügen durch Deutschland. Und ich bin endlich auf dem Heimweg!". Die 16-Jährige war nach monatelanger Reise auf dem Rückweg nach Schweden. Daraufhin war in Medien und den sozialen Medien eine Debatte darüber entbrannt, ob das Foto echt ist. Greta verwies auf ein Video, das die schwedische Zeitung "Dagens Nyheter" veröffentlicht hatte. Da es nun aber Verschwörungstheorien gebe, könne man in dem Video sehen, was genau passiert sei.

"Manchmal ist es eine glückliche Fügung, dass du mit Journalisten reist, die eine Geschichte bestätigen können...", twitterte sie. In der 22-sekündigen Aufnahme, sieht man Greta Thunberg in einem überfüllten ICE neben Gepäckstücken und anderen Fahrgästen auf dem Boden sitzen. Das Video wurde laut Zeitung von Mitgliedern des "Dagens Nyheter"-Teams aufgenommen, das Thunberg auf der Zugfahrt begleitete.

Giffey: "Schon ein Stück Selbstinszenierung"

In einem Facebook-Post war unter anderem behauptet worden, das Foto sei ein "Fake" und "eine glatte Lüge", denn Thunberg habe nach Angaben der Bahn einen Sitzplatz gehabt. Die Bahn hatte mitgeteilt, Greta sei zwischen Kassel und Hamburg in der Ersten Klasse gereist. Thunberg erklärte daraufhin, ihr Zug von Basel aus sei ausgefallen, deshalb habe sie im Anschluss in zwei verschiedenen Zügen auf dem Boden gesessen. Hinter Göttingen habe sie schließlich einen Sitzplatz erhalten.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey würdigte Greta als "beachtliche Persönlichkeit". Trotzdem sei das vielbesprochene Bahn-Foto aber auch ein "Stück weit Selbstinszenierung" gewesen, sagte die SPD-Politikerin im "Bild"-Talk. Sie habe das so verstanden, dass Greta auf dem ersten Teil der Strecke keinen und dann später doch einen Sitzplatz gehabt habe. "Sie hat den zweiten Teil der Geschichte halt nicht öffentlich erzählt, wahrscheinlich wusste sie, warum. Klar, das ist auch ein Stück weit Selbstinszenierung", sagte Giffey. Auf die Nachfrage, ob Thunberg das Glaubwürdigkeit kosten könnte, sagte Giffey: "Zum gewissen Teil, Sie sehen das ja an der heutigen Debatte, kostet das wahrscheinlich schon ein paar Glaubwürdigkeitspunkte. Das kann schon sein."

Quelle: ntv.de, mau/dpa