Eine Milliarde Euro EinnahmenGroßes Schleusernetz hochgenommen - Dutzende Festnahmen

Zehntausende Menschen sollen über ein großes Netzwerk aus Schleusern in den vergangenen Jahren nach Europa gebracht worden sein. Mittlerweile sitzen zahlreiche Verdächtige in Haft.
Europaweite Ermittlungen haben zur Zerschlagung eines großen Schleusernetzes geführt, über das in den vergangenen Jahren mehr als 100.000 Menschen illegal unter anderem von der Türkei nach Deutschland gebracht worden sein sollen. Mehr als 130 Menschen seien in dem Zusammenhang seit 2023 festgenommen worden, teilte die österreichische Polizei mit.
Der Schleuserring mit mehreren Hundert Beteiligten sei zwischen Herbst 2023 und Mai 2025 aktiv gewesen. Durch das Geld, das die Menschen den Schleppern gegeben hätten, habe das Netzwerk mehr als eine Milliarde Euro eingenommen. Die Spuren des internationalen Netzes führten zu einem Clan in Syrien.
Die Menschen seien über Südosteuropa und Österreich geschleust worden. Mehrere Unterorganisationen seien auf unterschiedlichen Abschnitten der Route tätig gewesen. Dort seien jeweils bis zu 80 Schleuser aktiv gewesen.
Mehrere Hauptverdächtige in Wien in Haft
Die Festnahmen erfolgten den Angaben zufolge hauptsächlich in Österreich, aber auch in Deutschland, Kroatien, Rumänien und weiteren Ländern, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Seit Mai sitzen den Angaben zufolge sechs Hauptverdächtige in Wien in Haft. Es handelt sich um Männer im Alter zwischen 25 und 50 Jahren aus Afghanistan, Syrien und Russland, mit Wohnsitz in Österreichs Hauptstadt Wien und der ungarischen Hauptstadt Budapest.
Unter den weiteren Festgenommenen befänden sich Männer und Frauen aus Moldau, Rumänien, Georgien und der Ukraine, hieß es von der Polizei weiter. Viele von ihnen seien im Internet angeworben worden.
Die Ermittlungen hatten 2023 begonnen. Damals hatte die Polizei in der Steiermark nahe der Grenze zu Slowenien ein Fahrzeug mit acht syrischen Migranten gestoppt.