Politik

Auf alle Dosen und Flaschen Grüne wollen Pfandpflicht durchboxen

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Das Pfandsystem ist für Verbraucher nur bedingt nachvollziehbar.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Vorm Pfandautomaten ist es ein ewiges Ärgernis: Eine Plastikflasche wird angenommen, die nächste nicht. Ein System ist dahinter kaum zu erkennen. Die Grünen wollen das ändern. Sie haben eine Initiative für eine allgemeine Pfandpflicht in den Bundesrat eingebracht. Nun fällt eine Entscheidung.

Die Grünen machen in Sachen allgemeine Pfandpflicht ernst: Sie wollen das System aus Umweltschutzgründen auf alle Getränkedosen und alle Einweg-Kunststoffflaschen ausdehnen. "Es ist doch absurd, dass auf Wasser in Plastikflaschen Einwegpfand erhoben wird, auf eine Apfelsaftflasche aus Plastik aber nicht", sagte Anton Hofreiter, Co-Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion der Grünen, der RTL/ntv Redaktion. "Das nervt nicht nur Verbraucher, sondern erschwert auch das Recycling."

Er fordert ein Ende des Pfand-Chaos im Supermarkt. Der Bundesrat entscheidet am kommenden Freitag, dem 13. März, ob den Vorschlägen der Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg für eine allgemeine Pfandpflicht gefolgt werden soll. "Unser Ziel ist es, schnelllebige Verpackungen sowie Wegwerfprodukte zu reduzieren", sagte die hessische Umweltministerin Priska Hinz von den Grünen. "Die immer größeren Mengen von Kunststoffmüll sind weltweit eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit."

Gerade bei Getränken hätten Einwegverpackungen in den letzten Jahren zugenommen, argumentierte Hinz weiter. Daher solle für alle Dosen und Plastikflaschen ein Pfand genommen werden. "Es kann keiner nachvollziehen, warum auf einen Apfelsaft ohne Kohlensäure kein Pfand erhoben wird, dafür auf eine Apfelschorle oder eine Cola." Eine allgemeine Pfandpflicht würde laut Hinz für die Verbraucher Klarheit schaffen und dem Umweltschutz dienen.

Hofreiter sieht ein lückenloses Einwegpfand als Grundvoraussetzung für ein exzellentes Recycling von Plastikflaschen. Nur so könne man sichergehen, dass das Plastik am Ende im Recyclingsystem und nicht in der Natur oder in der Müllverbrennung lande. Er rief die Bundesregierung dazu auf, eine allgemeine Pfandpflicht nicht länger zu blockieren. "Im Bundesrat können Union und SPD diese Woche zeigen, wie ernst es ihnen mit dem Kampf gegen Plastikmüll in unserer Umwelt ist."

Quelle: ntv.de, jug/dpa