Politik

Party mit Luis Fonsi und Maluma Guaidó feiert trotz Verbots bei "Venezuela Live Aid"

Seinem Ausreiseverbot zum Trotz feiert der selbsternannte venezolanische Interimspräsident Guaidó mit Zehntausenden Anhängern und namhaften Sängern ein Benefizkonzert in Kolumbien. Dabei wird er sogar vom Militär unterstützt.

Trotz eines Ausreiseverbots hat der selbsternannte venezolanische Übergangspräsident Juan Guaidó ein Benefizkonzert seiner Anhänger im kolumbianischen Grenzort Cúcuta besucht. In der Nähe der Bühne traf er auf den kolumbianischen Staatschef Iván Duque. Guaidó wurde während seines Besuchs von zahlreichen Polizisten geschützt, eigenen Angaben zufolge wurde er bei seiner Ausreise durch die venezolanische Armee unterstützt.

Mit deren Hilfe habe er die Sperrungen der Grenzübergänge zu Luft, Wasser und Land überwunden, sagte der Oppositionspolitiker vor Journalisten. Insbesondere die Nationalgarde habe bei seiner Ausreise eine "entscheidende" Rolle gespielt, fügte Guaidó hinzu. Das Militär ist bislang die wichtigste Stütze des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro. Während seiner Erklärung standen neben Duque auch die Präsidenten von Chile und Paraguay sowie der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) neben Guaidó.

Zu dem Konzert in Cúcuta waren Zehntausende Anhänger Guaidós gekommen. An der auf Initiative des britischen Milliardärs Richard Branson zustande gekommenen Veranstaltung "Venezuela Aid Live" nahmen Stars wie Alejandro Sanz und Miguel Bosé aus Spanien, Juanes und Maluma aus Kolumbien und der durch den Hit "Despacito" bekannte Puertoricaner Luis Fonsi teil. Der Erlös soll der Bevölkerung in dem südamerikanischen Krisenstaat zugute kommen.

An der nur rund 300 Meter entfernten Gegenveranstaltung des Linksnationalisten Maduro auf venezolanischer Seite nahmen weniger Menschen teil. Zunächst kamen rund 2500 Besucher zu dem Konzert unter dem Motto "Hände weg von Venezuela".

UNO ruft zu Gewaltverzicht auf

Zwischen den beiden Konzerten liegt die blockierte Tienditas-Grenzbrücke, über die nach dem Willen Guaidós am Samstag Hilfslieferungen ins Land kommen sollen - was Maduro vehement ablehnt. Er prangert sie als Vorwand an, unter dem eine militärische US-Invasion vorbereitet werden soll.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnte derweil die Regierung in Caracas vor der Anwendung von Gewalt gegen Demonstranten. Die Vereinten Nationen würden weiterhin mit den venezolanischen Behörden zur humanitären Versorgung der Bevölkerung zusammenarbeiten, erklärte Guterres nach einem Treffen mit dem venezolanischen Außenminister Jorge Arreaza. Allerdings sei die UNO in dem Machtkampf neutral.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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