Politik

Kein Beweis für Tat in Dortmund Haftbefehl gegen Iraker wegen IS-Verdacht

45696de8756d89049a3058bcf7af0658.jpg

Der Bundesgerichtshof sieht einen ausreichenden Verdacht, dass Abdul Beset A. IS-Mitglied war.

(Foto: dpa)

Der Generalbundesanwalt ist sicher, mit Abdul Beset A. einen IS-Terroristen geschnappt zu haben. Der Bundesgerichtshof teilt diese Einschätzung und erlässt Haftbefehl. Die Ermittlungen zum Dortmunder Anschlag sind damit aber nicht weitergekommen.

Gegen einen nach dem Anschlag auf die Fußballmannschaft von Borussia Dortmund festgenommenen Iraker ist Haftbefehl erlassen worden - wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der 26-Jährige war im Zuge der Dortmunder Ermittlungen in den Fokus gerückt.

Der mutmaßliche IS-Kämpfer Abdul Beset A. soll im Irak eine Einheit angeführt haben, die Verbrechen und Terrorakte vorbereitet haben soll. Für eine mögliche Beteiligung am Sprengstoffanschlag in Dortmund liegen allerdings keine Beweise vor.

Laut der in dem Fall ermittelnden Generalbundesanwaltschaft soll der Beschuldigte sich spätestens Ende 2014 im Irak dem IS angeschlossen haben. "Er führte dort das Kommando über eine Einheit von etwa zehn Personen. Aufgabe seiner Einheit war es, Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorzubereiten. Auch kämpfte er selbst für die Vereinigung", heißt es in einer Erklärung der Strafverfolger. Den Dortmunder Anschlag erwähnt die Staatsanwaltschaft nicht.

Im März 2015 sei A. zunächst in die Türkei und von dort aus Anfang 2016 weiter nach Deutschland gereist sein. "Auch von Deutschland aus unterhielt der Beschuldigte weiterhin Kontakte zu Mitgliedern des 'IS'", heißt es in der Erklärung weiter.

Nach dem Dortmunder Anschlag waren die Wohnungen des 26-Jährigen und eines weiteren Verdächtigen durchsucht worden. Bei beiden gab es der Behördensprecherin zufolge Anhaltspunkte, dass sie etwas damit zu tun haben könnten. Eine Beteiligung konnte dem 26-Jährigen aber nicht nachgewiesen werden. Bei dem zweiten Mann habe sich der Verdacht nicht erhärtet, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft. 

Bei dem Anschlag auf den BVB waren am Dienstagabend drei Sprengsätze mit Metallstiften nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detoniert. Der spanische BVB-Verteidiger Marc Bartra und ein Polizist wurden verletzt. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln eignen Angaben zufolge in dem Fall "in alle Richtungen".

Quelle: ntv.de, mbo/dpa