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Florida bleibt republikanisch Herausforderer Gillum räumt Niederlage ein

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Der 39-jährige Gillum gilt als Sympathieträger.

(Foto: imago/MediaPunch)

Nach dem Rückzug in Georgia muss die demokratische Partei auch in Florida ihre Hoffnungen auf das Gouverneursamt begraben. Kandidat Andrew Gillum verabschiedet sich aus dem Rennen. Nun ruhen alle Augen auf der noch offenen Senatswahl.

Der Demokrat Andrew Gillum hat bei dem Gouverneursrennen in Florida seine Niederlage eingeräumt. Der 39-Jährige gratulierte seinem republikanischem Konkurrenten Ron DeSantis in einem Video zum Sieg bei der Wahl. Gillum hatte bereits am Wahlabend in der vergangenen Woche aufgegeben, diese Entscheidung dann aber wieder zurückgenommen, weil das Ergebnis so knapp war. Die Behörden ordneten eine maschinelle Nachzählung der Stimmen an. Diese endete am Donnerstag. Nach Medienberichten führte DeSantis danach mit einem Abstand von rund 33.600 Stimmen.

Das Rennen zwischen Gillum und DeSantis stand unter besonderer Beobachtung, weil es als möglicherweise richtungsweisend für den Wahlkampf der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2020 galt. Die Partei diskutiert ausgiebig darüber, ob gegen Donald Trump eher ein gemäßigter Kandidat der Mitte oder eine Person mit einer progressiven Ausrichtung Erfolg hätte.

Gillum ist seit 2014 Bürgermeister von Floridas Hauptstadt Tallahasee und ein linker Vertreter der Demokraten. Trump hatte ihn gar als "Sozialisten" bezeichnet. DeSantis warb im Wahlkampf damit, dass er ein "Pitbull-Trump-Verteidiger" sei. In einem Video baute er gemeinsam mit seiner kleinen Tochter eine Mauer - in Anlehnung an Trumps Versprechen, ein solches Bauwerk an der Grenze zu Mexiko zu errichten.

Senatsrennen noch offen

Auch die zweite, im Rahmen der "Midterms" durchgeführte Wahl in Florida gleicht einer Zitterpartie. Nach einem denkbar knappen Wahlergebnis zwischen den Senatskandidaten Bill Nelson und seinem republikanischen Herausforderer Rick Scott ordnete der Wahlleiter eine maschinelle Nachzählung an. Da auch diese lediglich einen Vorsprung von 12.603 Stimmen für Scott ergab, was einem Abstand von 0,15 Prozentpunkten entspricht, wurde laut Wahlgesetz eine Nachzählung per Hand nötig. Das Ergebnis soll am Sonntag bekannt gegeben werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Florida bei einer Wahl mit Nachzählungen für erhebliche Schlagzeilen sorgt. Schon im Jahr 2000 war der Bundesstaat Schauplatz dramatischer Szenen, als die Stimmen für die Präsidentenwahl zwischen George W. Bush und seinem Widersacher Al Gore nachgezählt werden mussten, was dann wiederum auf Antrag Bushs vom Obersten Gerichtshof gestoppt wurde. Bush gewann schließlich mit einem Vorsprung von 537 Stimmen.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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