Politik

"Regenschirm"-Jahrestag Hongkong-Proteste münden erneut in Gewalt

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Die Polizei setzte wieder blaue Farbe in den Wasserwerfern ein, um gewalttätige Demonstranten zu markieren.

(Foto: dpa)

Heute vor fünf Jahren begannen die friedlichen "Regenschirm"-Proteste in Hongkong. Zum Jahrestag gehen erneut Hunderttausende auf die Straße. Am Rande der friedlichen Kundgebung eskaliert die Gewalt jedoch wieder: Die Polizei antwortet mit dem Einsatz von Wasserwerfern auf Brandsätze.

Nach einer friedlichen Kundgebung von Zehntausenden zum fünften Jahrestag der "Regenschirmbewegung" in Hongkong ist es erneut zu Zwischenfällen mit radikalen Aktivisten gekommen. Die Polizei ging nahe dem Parlamentsgebäude mit Wasserwerfern und Pfefferspray gegen Demonstranten vor, die Brandsätze geworfen hatten.

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Die Polizei räumte Straßenblockaden, während sich die Demonstranten zurückzogen.

(Foto: REUTERS)

Zur gleichen Zeit endete im Tamar Park eine friedliche Kundgebung, die an den Beginn der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungsregion im September 2014 erinnerte. Die "Regenschirmbewegung" erhielt ihren Namen von den Schirmen, die die Demonstranten damals gegen Sonne, Regen und das Pfefferspray der Polizei einsetzten. Über Wochen legten die Aktivisten mit Straßenblockaden Teile der asiatischen Wirtschafts- und Finanzmetropole lahm. Auslöser war die Entscheidung der kommunistischen Führung, nur handverlesene, pekingtreue Kandidaten für in Aussicht genommene Wahlen aufstellen zu wollen.

Aus Anlass des Jahrestages verkündete der Anführer der Bewegung, Joshua Wong, im November bei den Lokalwahlen antreten zu wollen. Es gebe "keinen Grund", warum er disqualifiziert werden könnte, sagte der 22-Jährige. So sei er heute alt genug und habe bisher keine Haftstrafe von mehr als drei Monaten erhalten. Wegen seiner Beteiligung an der "Regenschirmbewegung" hatte Wong zwei Monate Haft absitzen müssen; er war im Juni freigekommen.

An der Kundgebung im Tamar Park nahmen nach Angaben der Organisatoren 200.000 bis 300.000 Menschen teil. Schätzungen der Polizei lagen zunächst nicht vor, fallen in Hongkong aber meist extrem niedrig aus. Bei dem Polizeieinsatz am Parlamentsgebäude rückten Einsatzkräfte auf der Harcourt Road vor und räumten Straßenblockladen weg, während sich die Demonstranten zurückzogen. Der Wasserwerfer hatte wieder blau versetztes Wasser versprüht, um Aktivisten zu markieren.

Seit fünf Monaten demonstrieren die Hongkonger gegen ihre Regierung und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Führung auf Hongkong. Sie fordern eine unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt und freie Wahlen. Seit der Rückgabe 1997 an China wird die frühere britische Kronkolonie mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Prinzip "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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