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Instrument gleicht einer Bärenfalle IS-Frauen foltern mit dem "Beißer"

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Eine Frauen-Brigade des IS foltert offenbar auf bestialische Weise.

picture alliance / dpa

Die Foltermethoden der IS-Kämpfer kennen offenbar keine Grenzen. Neben Enthauptungen, lebendigen Verbrennungen und Stürzen von Hochhäusern berichtet ein Opfer jetzt vom sogenannten Beißer. Er soll Frauen einen Teil ihrer Weiblichkeit rauben.

Die Schilderungen der 24-jährigen Batol verschlagen einem die Sprache. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf die Aussagen einer betroffenen Frau schreibt, haben die IS-Frauen der Khansaa-Brigaden in Syrien ein neue, bestialische Methode zur Folter entwickelt. Mit dem "Beißer" - einem scharfen Gerät mit zwei eisernen Kiefern und spitzen Stoßzähnen - werden Syrerinnen bestraft und gequält, die sich nicht der Scharia entsprechend kleiden, also komplett verhüllt.

"Ich war auf dem Markt, habe ein paar Dinge eingekauft, als die Khansa'a-Brigaden kamen und mich festnahmen. Mein Niqab (Gesichtsschleier) entspreche nicht den Scharia-Gesetzen, so der Vorwurf, also nahmen sie mich mit zum Hauptquartier der Religionspolizei", schilderte Batol dem Bericht zufolge einer Aktivistengruppe. "Dort führten sie mich zur Folterkammer und sagte, ich solle zwischen Peitsche und Beißer wählen. Ich wusste nicht, was der Beißer ist und dachte, es sei eine weniger schlimme Strafe, außerdem hatte ich Angst vor dem Auspeitschen."

Daraufhin hätten die Frauen der Brigade einen scharfen Gegenstand mit vielen eisernen Zähnen geholt, sie festgehalten, den Beißer auf ihre Brust gehalten und mit aller Kraft gepresst. "Ich schrie vor Schmerzen und war schwer verletzt. Danach brachten sie mich ins Krankenhaus". Sie habe, so erzählt die 24-Jährige weiter, das Gefühl gehabt, dass ihre Weiblichkeit komplett zerstört sei. Sie sei nicht die einzige, die mit diesem Instrument gefoltert wurde, betonte Batol. "Da waren viele Frauen in dem Polizeiquartier, deren Verfassung schrecklich war."

Die Frauen der Terrormiliz patrouillieren laut Informationen der "Bild"-Zeitung schwer bewaffnet in Ganzkörperschleiern verhüllt durch die Straßen der IS-Hauptstadt Rakka im Norden Syriens. Die Frauen-Einheit gilt als Sittenpolizei und setzt die strengen Kleiderverordnungen des IS durch. An militärischen Handlungen ist sie offenbar nicht beteiligt. Die meisten der zwischen 18 und 25 Jahre alten Frauen kommen aus dem Ausland.

Zudem berichtet das UN-Komitee für Kinderrechte, dass die Terrormiliz gezielt Kinder im Irak foltert und tötet. Angehörige religiöser Minderheiten würden demnach geköpft, gekreuzigt oder lebendig begraben. Zudem gebe es etliche Fälle von Massenhinrichtungen von Jungen, hieß es. Darüber hinaus werden Kinder den Angaben zufolge auch als Selbstmordattentäter und als lebende Schutzschilde missbraucht.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa

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