Politik

Warum gibt er nicht auf? Insider: "Trump weiß, dass er verloren hat"

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Trump weigert sich, seine Niederlage einzugestehen. Aber eigentlich wisse er, dass er verloren hat, sagen nun Berater.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Seit der Wahlnacht Anfang November behauptet Trump, er habe die US-Präsidentschaftswahl gewonnen - wider besseres Wissen? Zwei Insider aus dem Weißen Haus sagen nun, er wisse ganz genau, was die Stunde geschlagen habe.

Anscheinend unbeirrt behauptet US-Präsident Donald Trump weiterhin, er sei bei der Präsidentschaftswahl um den Sieg betrogen worden. Doch glaubt er wirklich, dass er den Demokraten Joe Biden geschlagen hat? Insider aus dem Weißen Haus sagten laut einem CNN-Bericht nun, dass er sehr wohl erkannt habe, was die Stunde geschlagen hat. "Ja, das tut er", habe ein Berater aus dem Weißen Haus gesagt. Trump wisse, dass er keine Chance habe, Präsident zu bleiben.

Der Präsident werde aber alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, die ihm noch blieben. Doch dass es nun auch in Wisconsin ein amtliches Endergebnis gebe, sei ein Menetekel, ein unheilvolles Zeichen. Trump klinge noch immer so, als ob er gewinnen könnte, weil er das selber glauben wolle, wird der Berater zitiert. Dennoch sei der Präsident sich im Klaren darüber, verloren zu haben. Immerhin hat Trump mittlerweile angekündigt, das Weiße Haus widerstandslos zu verlassen. Noch ist aber offen, ob er etwa der Amtseinführung Bidens am 20. Januar beiwohnen wird. Dessen Sieg hat er ohnehin noch nicht anerkannt.

Trump wolle einfach nicht aussprechen, dass Biden gewonnen hat, sagte ein weiterer anonym bleibender Präsidenten-Berater laut CNN. Dadurch, dass die Versuche von Trumps Anwälten scheiterten, den offiziellen Abschluss der Auszählungen in den umstrittenen Bundesstaaten zu verhindern, sind Trumps Chancen auf einen nachträglichen Sieg aber noch aussichtsloser geworden. Zuletzt tat dies neben Wisconsin auch Arizona, wo Biden sich knapp gegen Trump durchgesetzt hatte. Die anderen umstrittenen Staaten Georgia, Michigan und Pennsylvania hatten schon zuvor die Wahl endgültig abgeschlossen.

Was macht Trump nach seiner Amtszeit?

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Es ist viel spekuliert worden, warum Trump seine Niederlage nicht anerkennt. Manche sahen den Hauptgrund in seinem Charakter - Trump hasst es, zu verlieren und "Verlierer" ist ein Schimpfwort für ihn. Andere meinten, er plane einen Putsch und wolle tatsächlich an der Macht bleiben. Zumindest schien ihm jedes Mittel recht zu sein - so versuchte er etwa, den Wahlleiter von Georgia unter Druck zu setzen, den Wahlausgang zu annullieren. Mit diesen Versuchen blieb er aber erfolglos, auch weil republikanische Amtsträger sich weigerten, dabei mitzumachen.

Manche glauben auch, Trump wolle nach seiner Präsidentschaft einen eigenen Medienkanal gründen, um damit Geld zu verdienen und weiter Politik zu machen - und gegebenenfalls 2024 noch einmal zu kandidieren. Ob es dazu kommt, hängt aber auch davon ab, ob er dann überhaupt noch auf freiem Fuß ist. Schließlich erwarten ihn zahlreiche Gerichtsverfahren nach seinem Ausscheiden aus dem Amt. Wieder andere glauben, es gibt überhaupt keine Strategie bei dem, was Trump gerade tut. Er wolle nur Chaos stiften und dann sehen, wie er einen Vorteil daraus ziehen könne.

Quelle: ntv.de, vpe