Entgegen scharfer KritikInsider: Trump will USA in der Nato halten

Vor der Nato-Sitzung äußert sich Trump im Beisein von Generalsekretär Rutte "sehr verärgert" über die Verbündeten. Während der Sitzung schlägt er aber ganz andere Töne an.
Nach der scharfen öffentlichen Kritik an den Nato-Verbündeten hat US-Präsident Donald Trump in der Sitzung des Nordatlantikrats mit den übrigen Staats- und Regierungschefs offenbar einen anderen Ton angeschlagen. Es gebe "einen starken Gegensatz zwischen dem, was er öffentlich sagt, und was er im Rat gesagt hat", verlautete aus Teilnehmerkreisen in Ankara. Trump habe auch versichert, dass sein Land in der Nato bleiben wolle. "Wir wollen bei euch bleiben", soll Trump demnach gesagt haben.
Vor der Sitzung des Nordatlantikrats hatte sich Trump im Beisein von Nato-Generalsekretär Mark Rutte "sehr verärgert" über die Verbündeten geäußert. Dass Grönland nicht unter US-Kontrolle sei, wäre ein "großes Problem für uns", sagte der US-Präsident. Spanien drohte er damit, die Handelsbeziehungen abzubrechen. Das Land gehört zu den Nato-Partnern, dessen Verteidigungsausgaben bisher kaum steigen; überdies verweigerte Madrid der US-Armee im Iran-Krieg die Nutzung von Stützpunkten.
Zum Thema Verteidigungsausgaben sagte Trump bei der Sitzung des Nato-Rats den Angaben zufolge, einige Nationen hätten sich "sehr vorteilhaft entwickelt", darunter etwa Polen und Deutschland. Andere hätten "nicht geliefert". Namen nannte der US-Präsident demnach allerdings nicht. Aus den Teilnehmerkreisen verlautete weiter, Trump habe sich mehr Wertschätzung für die USA innerhalb der Nato gewünscht. Und zugleich den Partnern in der Allianz versichert: "Wir wollen bei Ihnen bleiben."
Die scharfe Kritik im Vorfeld hatte einen Schatten auf das Treffen geworfen, bei dem die Nato eigentlich Entschlossenheit zeigen will. Rutte sagte den Angaben zufolge während der Sitzung, von dem Gipfel müsse ein "Signal unserer Einheit" ausgehen.