Politik

Extrem teure MunitionIran-Krieg lässt Raketenvorrat der USA zusammenschmelzen

24.04.2026, 11:17 Uhr
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Start eines Kampfflugzeugs auf dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" im Krieg gegen den Iran. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Bis zu 35 Milliarden Dollar hat die US-Armee bislang für den Krieg gegen den Iran ausgegeben. Von einem Luft-Boden-Marschflugkörper, der eigens für einen etwaigen Krieg gegen China entwickelt wurde, ist fast die Hälfte der Bestände bereits verfeuert worden.

Seit Beginn des Kriegs gegen den Iran haben die USA Tausende Raketen verschossen und ihre Vorräte damit drastisch reduziert. Die "New York Times" berichtet, die US-Armee habe 1100 ihrer sehr weitreichenden Luft-Boden-Marschflugkörper vom Typ JASSM-ER eingesetzt.

Zudem seien mehr als 1000 Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert worden. Dies sei ungefähr das Zehnfache der Menge, die das US-Verteidigungsministerium jährlich beschaffe. Im Krieg gegen den Iran seien auch mehr als 1000 Kurzstreckenraketen und ATACMS-Raketen eingesetzt worden.

Die "New York Times" schreibt, es gebe interne Schätzungen des Pentagon und des Kongresses, wonach die Bestände infolge des Kriegs besorgniserregend niedrig seien. Die US-Armee sehe sich gezwungen, Bomben, Raketen und anderes Material aus ihren Lagern in anderen Teilen der Welt in den Nahen Osten zu verlegen. Die betroffenen Regionalkommandos in Europa und Asien seien dadurch weniger gut gerüstet, potenziellen Gegnern wie China und Russland entgegenzutreten.

US-Armee setzt vor allem auf sehr teure Munition

Zudem habe der Krieg gegen den Iran die übermäßige Abhängigkeit des Pentagons von extrem kostenintensiven Raketen und Munition, insbesondere von Abfangraketen, verdeutlicht. Der Abschuss einer Patriot-Rakete etwa koste fast 4 Millionen Dollar; insgesamt wurden in diesem Krieg von diesen Abfangraketen bislang mehr als 1200 Stück eingesetzt. Zum Vergleich: Die USA haben im vergangenen Jahr 600 Patriots produziert.

Die 1100 abgefeuerten JASSM-ER kosten 1,1 Millionen Dollar pro Stück. Im Bestand der US-Armee verbleiben der Zeitung zufolge noch rund 1500 dieser Raketen, die für einen etwaigen Krieg gegen China entwickelt wurden. Für eine Tomahawk-Rakete werden 3,6 Millionen Dollar fällig.

Diese Summen haben im US-Verteidigungsministerium offenbar Überlegungen verstärkt, ob es nicht sinnvoller wäre, günstigere Waffen wie Drohnen schneller als bislang geplant zu entwickeln.

Trump-Sprecherin sieht kein Problem

Das Pentagon hat keine konkreten Zahlen darüber veröffentlicht, wie viele Raketen das US-Militär seit Beginn des Kriegs am 28. Februar verschossen hat. Offiziell ist von mehr als 13.000 angegriffenen Zielen die Rede. Der "New York Times" zufolge sagten Vertreter der US-Regierung allerdings, diese Zahl verschleiere die große Menge an Bomben und Raketen, die dabei zum Einsatz gekommen seien, da ein Ziel normalerweise mehrfach angegriffen werde.

Die konservative Denkfabrik American Enterprise Institute schätzt die unmittelbaren Kosten, die der US-Armee durch den Iran-Krieg entstanden sind, auf 25 bis 35 Milliarden Dollar. Der Verbrauch ist so hoch, dass bereits darüber diskutiert wird, wie die Bestände wieder aufgefüllt werden können. "Bei den derzeitigen Produktionsraten könnte es Jahre dauern, das, was wir verbraucht haben, wiederherzustellen", sagte der demokratische Senator Jack Reed.

Das Weiße Haus bestreitet allerdings, dass es ein Problem gibt. "Die gesamte Prämisse dieser Geschichte ist falsch", schrieb die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, der "New York Times" in einer Stellungnahme. Sie wiederholte, was auch Trump immer sagt: "Die Vereinigten Staaten von Amerika haben das mächtigste Militär der Welt, voll ausgerüstet mit mehr als genug Waffen und Munition in Lagern zu Hause und rings um den Globus, um das Heimatland effektiv zu verteidigen und jede vom Oberbefehlshaber angeordnete Militäroperation durchzuführen."

Quelle: ntv.de, hvo

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