Trump lehnt Angebot abIran hält neuen Konflikt mit USA für "wahrscheinlich"

Im Iran rechnet man mit einem erneuten Aufflammen des Konflikts mit den USA. Außenminister Araghtschi zeigt sich zwar verhandlungsbereit. Die Bedingungen Teherans werden von Washington jedoch abgelehnt. Unterdessen warnt Israel bereits vor einem "Misserfolg".
Anfang April trat eine Waffenruhe in Kraft, Bemühungen zur Beendigung des Konflikts kommen jedoch nicht voran. Ein ranghoher iranischer Militärvertreter hält einen erneuten Konflikt mit den USA für "wahrscheinlich". Es gebe Anzeichen dafür, dass die USA "sich nicht an Versprechen oder Vereinbarungen halten", zitierte die iranische Nachrichtenagentur Fars Mohammed Dschafar Assadi vom zentralen Militärkommando Chamat al-Anbija.
Gleichzeitig zeigte sich Irans Außenminister Abbas Araghtschi für ein Ende des Iran-Kriegs verhandlungsbereit, insofern die USA Bedingungen erfüllen. Sein Land sei bereit, den diplomatischen Prozess fortzusetzen, falls sich "die übertriebenen Forderungen, die bedrohliche Rhetorik und die provokativen Handlungen der amerikanischen Seite" änderten, zitierte der regierungstreue iranische Fernsehsender Press TV den Außenminister.
Der Iran hatte bereits vergangene Woche Bedingungen für eine Beendigung des Kriegs gestellt: Dazu zählten laut Nachrichtenagentur Tasnim unter anderem die sofortige Aufhebung der von den USA verhängten Seeblockade sowie die Einführung einer neuen rechtlichen Regelung für die Straße von Hormus.
Trump unzufrieden mit Vorschlag aus Iran
Am Freitag war bekannt geworden, dass der Iran nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen neuen Vorschlag an die Vermittler in Pakistan übergeben hat. US-Präsident Donald Trump zeigte sich jedoch unzufrieden damit. Über Inhalte der neuen Initiative wurde zunächst nichts offiziell bekannt. Trump hatte ebenfalls am Freitag die Kampfhandlungen im Iran in einem Brief an den US-Kongress für beendet erklärt. Es gilt weiterhin eine Waffenruhe, die Trump einseitig und ohne zeitliche Begrenzung verlängert hatte.
Während die Verhandlungen über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran in den vergangenen Wochen ins Stocken geraten sind, setzen sich beide Seiten zunehmend wirtschaftlich unter Druck. Der Iran hat die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Straße von Hormus durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen weitgehend unpassierbar gemacht.
Die USA haben ihrerseits weitreichende Sanktionen und eine Seeblockade gegen den Iran verhängt, um die Führung in Teheran von den Einnahmen aus dem Ölexport abzuschneiden. Bislang haben die Vereinigten Staaten mit ihrer Blockade nach eigenen Angaben 45 Schiffe gestoppt, wie das zuständige US-Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mitteilte.
Israelischer Militär: Krieg droht Misserfolg zu werden
Ein ranghoher israelischer Militärvertreter sagte laut "Times of Israel", der jüngste Krieg würde als großer Misserfolg gelten, falls Irans Vorrat von mehr als 400 Kilogramm hoch angereichertem Uran nicht aus dem Land entfernt werde. Dieser Vorrat reicht israelischen Angaben zufolge dafür aus, elf Atombomben herzustellen, wenn er weiter angereichert würde. Iran betont immer wieder, dass sein Programm friedlicher Natur sei.
Die USA und Israel hatten ihren Krieg gegen den Iran am 28. Februar begonnen. Washington verlangt neben der Herausgabe des hoch angereicherten Urans die Einstellung des iranischen Atomprogramms. Zudem will Washington dem Iran auch eine Begrenzung seines Programms zur Entwicklung ballistischer Raketen auferlegen.