Politik
Montag, 12. März 2012

Steinigen, hängen, erschießen: Iran setzt weiter auf Todesstrafe

Teheran richtet 2011 fast 700 Menschen hin. Mehr als je zuvor. Den Großteil der Opfer bezichtigt der Iran des Drogenhandels. Das Regime setzt dabei weiterhin auf besonders brutale Hinrichtungsmethoden.

Die Todesstrafe im Iran trifft Drogenhändler, Mörder, Gotteslästerer und Vergewaltiger.
Die Todesstrafe im Iran trifft Drogenhändler, Mörder, Gotteslästerer und Vergewaltiger.(Foto: REUTERS)

Die Vereinten Nationen klagen über eine "alamierende" Zunahme von Hinrichtungen im Iran. Trotz internationaler Appelle sind allein im vergangenen Jahr 670 Iraner durch die Todesstrafe gestorben, so der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte Ahmed Shaheed. 2003 registrierten die Vereinten Nationen weniger als 100 Exekutionen.

Von den Hinrichtungen 2011 seien 249 geheim erfolgt, während 421 offiziell bekanntgegeben wurden, sagte der Experte im UN-Menschenrechtsrat. 81 Prozent der vollstreckten Todesurteile sind laut Schaheed wegen Drogenhandels ergangen, 4,3 Prozent wegen Gotteslästerung und 4,1 Prozent wegen Vergewaltigungen.

Mehr als 40 Journalisten im Gefängnis

Trotz eines inzwischen erlassenen Verbots wurden Straftäter wieder durch die besonders grausame Methode des Steinigens getötet. Shaheed erneuerte den Appell der UN an den Iran, die Vollstreckung von Todesurteilen wenigstens bei solchen Straftaten auszusetzen, die nach internationalem Standard nicht als "besonders schwere Verbrechen" gelten - darunter Drogenhandel.

Insgesamt beklagte der UN-Berichterstatter erhebliche Mängel bei der Einhaltung der Menschenrechte im Iran, etwa bei der Rede- und Versammlungsfreiheit und dem Recht auf faire Wahlen. Derzeit säßen im Iran 42 Journalisten im Gefängnis und damit mehr als in jedem anderen Land der Welt. 150 Journalisten hätten seit den Wahlen 2009 aus Angst vor Repressalien und Bestrafung das Land verlassen.

Quelle: n-tv.de