Politik

Harte Reaktion auf Proteste Irans Polizei will Kopftuchzwang durchsetzen

98695688.jpg

Draußen immer mit: Frauen haben im Iran ihr Haupthaar zu bedecken.

(Foto: picture alliance / Laura Lewando)

Seit mehreren Wochen wehren sich Frauen im Iran mit öffentlichen Aktionen gegen den herrschenden Kopftuchzwang. Teherans Polizeichef kündigt eine unnachgiebige Reaktion an. Es könne nicht angehen, "dass Frauen alles machen können, was sie wollen".

Die iranische Polizei will die andauernden Anti-Kopftuch-Proteste von Frauen konsequent unterbinden. "Das Tragen des Kopftuches ist für Frauen im Iran ein Muss und gegen Verstöße werden wir demnächst konsequent vorgehen", sagte Teherans Polizeichef Hussein. Dies sei auch mit den Justizbehörden abgesprochen.

Es könne nicht angehen, "dass Frauen alles machen können, was sie wollen", so der Polizeichef laut Nachrichtenportal Khabar-One. Seit Dezember protestieren immer mehr Frauen im Iran gegen den Kopftuchzwang. Dabei klettern sie in den Straßen auf Verteilerkästen, nehmen das Kopftuch ab und hängen es als Fahne auf. Mindestens 30 Frauen sind bislang von der Polizei festgenommen und inhaftiert worden.

Die Proteste gegen den Kopftuchzwang werden auch von Frauen, die freiwillig das Kopftuch tragen, unterstützt. Außerdem gibt es immer wieder hitzige Diskussionen, auch innerhalb des Klerus, ob der Kopftuchzwang rechtlich - und auch islamisch - überhaupt legitim sei.

Im Iran müssen Mädchen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch sowie einen langen, weiten Mantel tragen. Der Kopftuchzwang ist im Iran seit 40 Jahren Pflicht und später auch als Gesetz verabschiedet worden. Genauso lange ist aber eine Mehrheit der Frauen dagegen. Einige Kleriker sagen, dass das Kopftuch für Frauen laut Islam empfehlenswert, aber nicht obligatorisch sei. Daher gibt es in den meisten islamischen Ländern auch keinen Kopftuchzwang.

Quelle: n-tv.de, shu/dpa

Mehr zum Thema