Politik

Audiobotschaft mit Rachedrohung Islamischer Staat hat neuen Anführer

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Die Flagge des Islamischen Staats im irakischen Mosul 2014 bei der einzigen Videobotschaft Bagdadis. Von seinem Nachfolger gibt es keine Bilder.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Islamische Staat bestätigt den Tod von Anführer Bagdadi und seines Sprechers. Zugleich verkünden die Islamisten den Namen des neuen Chefs. Die Personalie Al-Kuraischi sagt internationalen Terrorexperten wenig, aber sie rechnen in Kürze mit weiteren Nachrichten. Zumal der IS zur Rache aufruft.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat hat nach dem Tod ihres Anführers Abu Bakr al-Bagdadi einen Nachfolger benannt. Abi Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi werde die Aufgabe übernehmen, meldete der Nachrichtendienst der Miliz. Experten zufolge war er bislang ein führender Richter der Miliz. Der IS bestätigte in einer Audiobotschaft außerdem den Tod von Bagdadi und von IS-Sprecher Abu al-Hassan al-Muhadschir.

Über den neuen IS-Chef ist wenig bekannt, er war zuvor selten als möglicher Nachfolger al-Bagdadis genannt worden. Er sei der führende Richter des IS und der Chef des Scharia-Komitees, sagte der irakische IS-Experte Hischam al-Haschemi.

*Datenschutz

Rita Katz, die Direktorin der auf die Beobachtung von Terrororganisationen spezialisierten Gruppe Site Intel, schrieb auf Twitter, der neue IS-Chef könnte zu einem Stamm gehören, der seine Herkunft auf den Propheten Mohammed zurückführe. Sonst sei wenig über ihn bekannt. Man rechne aber bald mit einer Botschaft des neuen IS-Chefs, schrieb Katz weiter. Allerdings erwarte sie keine Nachricht, die seine Stimme oder sein Gesicht erkennbar mache. Insgesamt habe Bagdadis Tod seine Anhänger mobilisiert.

"Oh Muslime, oh Mudschahedin, Soldaten des IS..., wir trauern um den Kommandeur der Gläubigen, Abu Bakr al-Bagdadi", sagte ein IS-Sprecher in der Audiobotschaft, die die Terrormiliz über ihren Medienkanal Al-Furkan verbreitete. Darin riefen die Dschihadisten auch dazu auf, den Tod ihres Anführers zu rächen.

Seebestattung Bagdadis nach US-Einsatz

US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende den Tod von Bagdadi bekanntgegeben. Demzufolge starb er bei einem Einsatz von US-Spezialkräften im Nordwesten Syriens. DNA-Analysen hätten die Identität des IS-Anführers bestätigt. Seine sterblichen Überreste wurden US-Angaben zufolge auf hoher See bestattet.

Nach dem Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat hatten die USA jahrelang gefahndet, er galt als der meistgesuchte Mann der Welt. Al-Bagdadi hatte im Juli 2014 ein "Kalifat" in Syrien und im Irak ausgerufen, in dem zeitweise mehrere Millionen Menschen unter der Herrschaft der radikalen Islamisten lebten.

Quelle: ntv.de, mau/rts/dpa/AFP