Reaktion auf RaketenbeschussIsrael greift Ziele im Iran an - Explosionen in Teheran

Anders als von US-Präsident Trump erhofft, greift die israelische Armee den Iran am frühen Morgen an. Explosionen in Teheran, Täbris und Isfahan werden gemeldet. Die Angriffe sind eine Reaktion auf iranischen Raketenbeschuss auf Israel am Vorabend.
Israel hat als Reaktion auf neue iranische Raketenangriffe seinerseits Ziele im Iran angegriffen. Die israelische Luftwaffe habe vor kurzem "militärische Ziele des iranischen Terrorregimes im Westen und im Zentrum des Iran angegriffen", erklärte die israelische Armee am frühen Morgen im Onlinedienst Telegram. Das iranische Staatsfernsehen berichtete bei Telegram von "mehreren" Explosionen in der Hauptstadt Teheran sowie in den Städten Täbris und Isfahan.
Zuvor hatte der Iran erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Anfang April erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Im Norden und im Zentrum Israels wurde Luftalarm ausgelöst. Irans Revolutionsgarden bezeichneten den Raketenangriff als "Warnung" nach israelischen Luftangriffen auf südliche Vororte von Libanons Hauptstadt Beirut, die als Hochburg der pro-iranischen Hisbollah gelten. Laut Libanons Gesundheitsministerium wurden bei dem israelischen Angriff auf die südlichen Vororte von Beirut zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Der Iran hatte zuvor bereits damit gedroht, US- und israelische Ziele in der Region anzugreifen.
Der israelische Armeesprecher Effie Defrin sagte in einer TV-Ansprache, die Angriffe in Beirut seien als Reaktion auf die unablässigen Angriffe der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz auf Israels Norden erfolgt. Der Iran habe einen "großen Fehler" gemacht, indem er erneut "den Weg des Terrors" gewählt habe.
Trump: Werde Netanjahu von Gegenschlag abhalten
US-Präsident Donald Trump erklärte einem Medienvertreter zufolge nach den iranischen Raketenangriffen, er werde Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu anrufen und ihn davon abhalten, auf den Beschuss zu reagieren. "Ich werde Bibi sofort anrufen und ihm sagen, dass er nicht zurückschlagen soll", sagte Trump unter Verwendung des Spitznamens von Netanjahu laut dem "Axios"-Journalisten Barak Ravid. "Israel hat seinen Angriff ausgeführt, und der Iran hat seinen Angriff ausgeführt. Wir brauchen keinen weiteren Angriff", sagte der US-Präsident demnach.
Trump zeigte sich "Axios" gegenüber zuversichtlich, zeitnah eine Einigung erzielen zu können: Washington und Teheran seien auf dem Weg zu einem "guten" Abkommen, sagte der US-Präsident demnach und fügte hinzu: "Ich möchte nicht, dass es wegen der aktuellen Ereignisse scheitert." Er deutete auch laut Fox News an, dass die Verhandlungen mit dem Iran auf eine mögliche Einigung zusteuerten. Diese könnte "am Montag, Dienstag oder Mittwoch kommender Woche" erzielt werden, hieß es weiter. Mit Blick auf die jüngsten israelischen Angriffe im Libanon sagte der Präsident unterdessen gegenüber Fox News: "Ich bin nicht erfreut darüber."