Politik

Mutmaßlicher Spion gegen Kriminelle Israel tauscht wieder Gefangene

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Israelische Fahrzeuge bringen die ägyptischen Gefangenen an die Grenze.

(Foto: REUTERS)

Es ist auch ein Zeichen der Entspannung zwischen beiden Ländern: Israel und Ägypten tauschen Gefangene aus. Ägypten entlässt den mutmaßlichen israelischen Spion Ilan Grapel in die Freiheit. im Gegenzug können 25 ägyptische Kriminelle, meist Schmuggler, wieder in ihr Heimatland.

Ägypten und Israelis haben insgesamt 26 Häftlinge ausgetauscht. Der im Juni in Ägypten unter Spionageverdacht festgenommene Student Ilan Grapel mit israelisch-amerikanischer Doppelstaatsbürgerschaft wurde von Ägypten im Gegenzug zur Freilassung von 25 Ägyptern aus israelischen Gefängnissen auf freien Fuß gesetzt. Er kehrte an Bord eines Privatjets von Kairo aus zum internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv zurück. Das berichtete das israelische Fernsehen.

Damit bestätigten sich Angaben eines ägyptischen Sicherheitsbeamten nicht, Grapel sei wie die freigelassenen Ägypter am Grenzübergang Taba an Israel übergeben worden. Am Flughafen in Tel Aviv wurde Grapel von seiner Mutter in die Arme genommen. Der bei seiner Festnahme im Juni 27-Jährige sei bei guter Gesundheit, berichteten israelische Medien. Israelischen Medienberichten zufolge sollte Grapel anschließend nach Jerusalem gebracht werden, wo er von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu empfangen werde. Am Freitag wolle Grapel weiter nach New York reisen.

Entspannung in bilateralen Beziehungen

Die von Israel freigelassenen Ägypter hatten schon zuvor den Grenzübergang Taba in Richtung Heimat überquert. Im Fernsehen war zu sehen, wie sie nach der Rückkehr den Boden küssten. Es handelte sich den Angaben zufolge um gewöhnliche Straftäter und nicht um Häftlinge, die im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt inhaftiert waren. Es seien überwiegend Schmuggler. Drei von ihnen waren Minderjährige.

An den Verhandlungen um den Gefangenenaustausch war nach ägyptischen Angaben auch Washington beteiligt. Der Austausch bedeutet eine gewisse Entspannung in den israelisch-ägyptischen Beziehungen, die sich nach dem Sturz von Husni Mubarak sehr verschlechtert hatten. Der Oberste Gerichtshof Israels hatte den Gefangenenaustausch mit Ägypten zuvor genehmigt.

Keine Anklage erhoben

Ob Grapel tatsächlich ein Spion war, galt in Israel und den USA als äußerst unwahrscheinlich. Vielmehr wird der Jura-Student aus Atlanta im US-Bundesstaat Georgia als tragische Figur gesehen, die in den Wirren nach dem Umsturz in Ägypten zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort gewesen sei. Grapel hielt sich nach Angaben seiner Familie, die in New York lebt, zu einem Freiwilligendienst für Flüchtlinge in Ägypten auf. Die ägyptische Justiz hatte keine formelle Anklage erhoben.

Nach dem Gefangenenaustausch verbleiben nach Angaben aus Kairo noch 56 Ägypter in israelischen Haftanstalten. Nach israelischen Angaben sind es 67.

In der vergangenen Woche hatte Israel den vor mehr als fünf Jahren in den Gazastreifen verschleppten Soldaten Gilad Schalit gegen 477 palästinensische Häftlinge ausgetauscht. Darunter waren viele wegen blutiger Anschläge auf Israelis zu langen Haftstrafen Verurteilte. Bis Mitte Dezember sollen als Teil dieser Vereinbarung weitere 550 Palästinenser freigelassen werden.

 

Quelle: ntv.de, dpa/AFP