Politik

Gaza-Waffenruhe hält Jetzt wird in Kairo wieder vermittelt

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In Gaza-Stadt legen sich allmählich Rauch und Staub nach den Angriffen der Israelis.

(Foto: imago/Eibner Europa)

Verhandlungsteams Israels und der Palästinenser sprechen in Kairo über ein Ende des Gaza-Krieges. Die Hamas stellt bereits Bedingungen. Bei einem Scheitern der Bemühungen drohen neue Kämpfe.

Nur Stunden nach dem Beginn einer neuen dreitägigen Waffenruhe im Gaza-Krieg ist eine israelische Delegation zu neuen Verhandlungen nach Kairo gekommen. Bei indirekten Gesprächen mit der palästinensischen Delegation geht es um eine dauerhafte Entschärfung der Lage. Sollten die Bemühungen fehlschlagen, drohen neue Kämpfe. Rechtsorientierte israelische Minister fordern schon jetzt die erneute Entsendung von Bodentruppen in den Gazastreifen und einen Sturz der Hamas, falls die Raketenangriffe auf Israel nicht dauerhaft gestoppt werden.

Eine israelische Armeesprecherin sagte in Tel Aviv, es habe bis zum Mittag keine Angriffe mehr gegeben. Minuten vor Inkrafttreten der dreitägigen Feuerpause um Mitternacht hätten militante Palästinenser noch Raketen abgefeuert, davon eine in Richtung Tel Aviv. Die israelische Luftwaffe hat nach Armeeangaben am Sonntag im Gazastreifen noch auf insgesamt elf Gruppen von Palästinensern geschossen, die dabei waren, Raketen abzufeuern.

Kämpfe im Westjordanland

Im nördlichen Westjordanland erschossen israelische Soldaten unterdessen bei einem Feuergefecht einen Palästinenser. Eine Armeesprecherin sagte, israelische Soldaten hätten das Haus in einem Dorf bei Nablus umstellt, um den Mann festzunehmen. Er habe das Feuer auf die Truppen eröffnet, die daraufhin zurückgeschossen hätten. Palästinensische Augenzeugen beschrieben den Vorfall auf ähnliche Weise. Nach Angaben der im Westjordanland herrschenden Fatah wurde der Mann wegen eines Feuerüberfalls auf einen israelischen Soldaten gesucht. Soldaten fanden nach Militärangaben in seinem Haus mehrere Panzerabwehrraketen.

Hamas stellt Bedingungen

Leiter der Palästinenserdelegation in Kairo ist Asam al-Ahmed von der gemäßigten Fatah. Sie spricht für alle palästinensischen Fraktionen, darunter auch Hamas und Islamischer Dschihad. Die im Gazastreifen herrschende Hamas stellt mehrere Bedingungen für ein Ende der Raketenangriffe, unter anderem eine Aufhebung der Blockade des Palästinensergebiets und die Freilassung von Häftlingen. Der israelische Geheimdienstminister Juval Steinitz bekräftigte die Forderung nach einer vollständigen Entmilitarisierung des Gazastreifens.

Hamas hält Leiche zurück

Die Hamas soll im Besitz einer Leiche eines bei der Bodenoffensive getöteten israelischen Soldaten sein. Das bestätigte Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon erstmals. Er versprach der Familie des Gefallenen Oron Schaul, alles zu unternehmen, um sie zurückzuführen. Schaul war bei einem Gefecht im Gaza-Viertel Sadschaija getötet worden und galt als vermisst. Es wird vermutet, Hamas könnte auch Teile der Leiche eines zweiten Soldaten haben.

Die Arabische Liga will noch am Montag an ihrem Sitz in Kairo zu einer Sondersitzung wegen des Gaza-Konflikts zusammenzukommen. Daran soll auch der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat teilnehmen. Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als einem Monat sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 1900 Palästinenser getötet und knapp 10.000 verletzt worden. Auf israelischer Seite starben nach offiziellen Angaben 64 Soldaten und 3 Zivilisten, mehr als 500 Menschen wurden verletzt.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa/rts