Politik

Kiew bestätigt Rückzug Kadyrow meldet Eroberung der Stadt Popasna

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Tschetschenische Kämpfer im zerstörten Mariupol.

(Foto: REUTERS)

Auf Telegram behauptet Tschetschenen-Anführer Ramsan Kadyrow, seine Kämpfer hätten die ostukrainische Stadt Popasna eingenommen. Nach einem ersten Dementi bestätigt Kiew, die eigenen Truppen aus der Stadt zurückgezogen zu haben.

Nach Angaben des Machthabers der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, ist die ostukrainische Stadt Popasna in der Region Luhansk gefallen. "Kämpfer der tschetschenischen Spezialeinheiten ... haben den größten Teil von Popasna unter Kontrolle gebracht", schrieb Kadyrow auf Telegram. Die zentralen Bezirke seien geräumt.

Die Ukraine meldete zunächst, dass die schweren Kämpfe um die Stadt weiter andauern. Später bestätigte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, die Einnahme der Stadt durch russische Einheiten. "Leider haben sich unsere Truppen tatsächlich etwas aus Popasna zurückgezogen, weil die Stadt mehr als zwei Monate lange beschossen wurde", sagte Hajdaj laut der Nachrichtenagentur Unian in einem Fernsehinterview. Die Ukrainer seien auf zuvor vorbereitete Stellungen etwas außerhalb der Stadt ausgewichen, fügte er hinzu. In Popasna ist Hajdajs Angaben nach "alles bis auf die Grundmauern zerstört".

Popasna wurde wochenlang von prorussischen Separatisten und moskautreuen Truppen angegriffen, die dabei Luftwaffen- und Artillerieunterstützung bekamen. Erstmals marschierten die russischen Einheiten vor genau zwei Monaten am 8. März in die Stadt ein, die die Ukrainer zuvor zur Festung ausgebaut hatten.

Welche Rolle Kadyrow und seine Kämpfer in der Ukraine genau einnehmen, ist unklar. In den ersten Tagen der Offensive waren sie in Kampfhandlungen am Kiewer Flughafen Hostomel involviert, erlitten dort offenbar aber schwere Verluste. Nach Informationen der ukrainischen Spionageabwehr wurden mehrere Hundert Tschetschenen bei den Gefechten rund um die ukrainische Hauptstadt getötet, darunter der hochrangige Kommandeur Magomed Tuschajew.

In Mariupol sollen die "Kadyrowzy" die Russen bei der Belagerung des Stahlwerks Asowstal unterstützen. Kiew vermutet allerdings, dass die Einheiten mittlerweile mehr einen Medienkrieg führen, statt sich tatsächlich an Kampfhandlungen zu beteiligen.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/dpa

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