Politik

Kurz vor Präsidentenwahl Kämpfe in der Ostukraine eskalieren

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Ukrainischer Kämpfer nahe der Frontlinie in der Donezk-Region.

(Foto: REUTERS)

Am Sonntag findet in der Ukraine die Präsidentenwahl statt. Derweil spitzt sich im Osten des Landes die Situation zu. Regierungstruppen und prorussische Separatisten beschießen sich mit schweren Waffen. Es gibt einen Toten.

Unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl in der Ukraine sind die Kämpfe im Osten des Landes wieder aufgeflammt. Dabei kam nach Angaben der ukrainischen Armee ein Soldat ums Leben, vier wurden verwundet. Von Seiten der prorussischen Separatisten wurden keine Opfer gemeldet.

Die Armeeführung sprach von einer "deutlichen Eskalation" der Lage innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden. Die Gegner hätten schwere Waffen eingesetzt, die nach geltenden Friedensverträgen verboten seien.

Seit der Maidan-Revolution im Jahr 2014 und der russischen Annektion der Krim sind beim Konflikt in der Ostukraine rund 13.000 Menschen ums Leben gekommen. Die ukrainische Regierung und zahlreiche westliche Länder werfen Russland vor, die Separatisten mit Kämpfern und Gerät zu unterstützen. Trotz zahlreicher Belege weist die Regierung in Moskau die Vorwürfe zurück.

Milliardär attackiert Präsident Poroschenko

Derweil ist der ukrainische Wahlkampf mit neuen Vorwürfen gegen Präsident Petro Poroschenko zu Ende gegangen. Der in Israel lebende Milliardär und Ex-Gouverneur Igor Kolomoiski warf dem Staatschef vor, für Konflikte mit dem Nachbarland Russland mitverantwortlich zu sein. "Poroschenko schafft neue Konfliktsituationen, Provokationen, wie in der Straße von Kertsch. Und dann erzählt er, dass es die Russen waren", sagte Kolomoiski der BBC.

Die Äußerung Kolomoiskis ist deshalb bemerkenswert, weil die internationale Gemeinschaft stets ausschließlich Russland für den Vorfall verantwortlich gemacht hatte. Im November 2018 waren drei ukrainische Kriegsschiffe vom russischen Grenzschutz vor der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim festgesetzt worden. Die 24 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen.

Zuvor hatte Poroschenko unter starken Sicherheitsvorkehrungen seine Wahlkampftour in der westukrainischen Metropole Lwiw beendet. Seinem Umfeld wurde zudem Korruption im Energiebereich vorgeworfen.

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl findet am Sonntag statt. Poroschenkos Hauptrivalen sind der Schauspieler Wolodymyr Selenski und die ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko.

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Quelle: n-tv.de, wne/AFP/dpa

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