Politik

Nach Anschlag von Islamisten Kenias Militär übt blutige Vergeltung

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Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft: Ein kenianischer Soldat patrouilliert eine Straße nahe bei Mandera.

(Foto: dpa)

Drastisch reagiert das kenianische Militär auf den Überfall von Islamisten auf einen Reisebus mit vielen Toten: Nach eigenen Angaben verfolgen kenianische Soldaten Al-Shabaab-Terroristen weit bis nach Somalia - und richten ebenfalls ein Blutbad an.

Nach einem blutigen Überfall islamistischer Kämpfer auf einen Reisebus im Nordosten Kenias mit 28 Toten hat das Militär zurückgeschlagen und nach offizieller Darstellung mehr als 100 Angehörige der Al-Shabaab-Miliz getötet. Das erklärte Vizepräsident William Ruto nach Angaben der Zeitung "Daily Nation". Nach seinen Angaben habe das Militär die Lager ausfindig gemacht, von denen aus die Radikalislamisten aus Somalia zu dem Überfall auf den Bus aufgebrochen waren. Beweise für diese Angaben seien nicht vorgelegt worden, berichtete das Blatt.

Das Militär habe auf das "abscheuliche Verbrechen" rasch reagiert. "Ich kann Ihnen versichern, dass die für diesen Angriff Verantwortlichen nicht einmal mehr Zeit für ihr Abendessen hatten", wurde Ruto zitiert. Bei dem Einsatz über die Grenze hinweg seien über 100 Islamisten getötet und insgesamt vier Stützpunkte zerstört worden. Die Botschaft sei klar: "Für jeden Angriff auf Kenia und sein Volk werden wir euch verfolgen, wo auch immer ihr hingeht."

Eine Gruppe der Al-Shabaab-Miliz hatte den Bus im Bezirk Mandera zunächst in ihre Gewalt gebracht, sagte ein Behördensprecher. Dann hätten die Angreifer den Bus zur somalischen Grenze gefahren und jeden erschossen, der nicht in der Lage war, Verse aus dem Koran zu lesen. So wollten die Islamisten offensichtlich herausfinden, wer kein Muslim ist. Der Bus war in die kenianische Hauptstadt Nairobi unterwegs.

Unter den 60 Passagieren befanden sich nach Medienberichten auch Regierungsbeamte, Polizisten und Lehrer. Die Opfer, darunter mindestens sieben Frauen, seien mit Kopfschüssen umgebracht worden. Im Bezirk Mandera gab es in der Vergangenheit immer wieder Anschläge der somalischen Al-Shabaab, die im Grenzgebiet ein wichtiges Rückzugsgebiet hat.

Kenia unterstützt die somalische Regierung im Kampf gegen die Terroristen, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündetet ist. Die Al-Shabaab legt die islamische Rechtsprechung Scharia äußerst brutal aus. Immer wieder gibt es öffentliche Hinrichtungen. In Kenia sind die Christen in der Mehrheit, schätzungsweise jeder Fünfte ist Muslim.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa/rts