Politik

Berichte über Operation Kim soll in kritischem Zustand sein

Bei der Gedenkzeremonie für Nordkoreas früheren Staatschef Kim Il Sung Mitte April fehlt Pjöngjangs aktueller Machthaber Kim Jong Un. Die Gerüchteküche brodelt. Nun melden mehrere Medien, um Kims Gesundheitszustand sei es schlecht bestellt. Südkorea reagiert jedoch vorsichtig auf die Berichte.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un soll sich nach einer Operation in kritischem Zustand befinden. Es gebe geheimdienstliche Hinweise, dass Kim "nach einer Operation in ernsthafter Gefahr" sein soll, berichtete der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten. Diese Informationen würden geprüft. Ein weiterer Regierungsmitarbeiter sagte dem Sender, die Sorgen über den Gesundheitszustand seien glaubhaft, jedoch sei der Schweregrad schwer zu beurteilen.

Auch die auf Nachrichten aus Nordkorea spezialisierte Internetzeitung "Daily NK" in Südkorea meldete, Kim habe sich einer Operation unterziehen müssen. Nach einem Eingriff am 12. April am Herzen sei er nach wie vor in Behandlung. Er erhole sich derzeit von dem Eingriff in einer Villa in der Provinz Nord-Phyongan, berichtete "Daily NK" weiter. "Exzessives Rauchen, Fettleibigkeit und Müdigkeit" seien die unmittelbaren Gründe der Operation gewesen, zitierte das Blatt eine nicht näher identifizierte Quelle aus Nordkorea. "Daily NK" wird überwiegend von Überläufern aus Nordkorea betrieben.

Südkorea reagierte mit Vorsicht auf die Berichte. Es könne nicht bestätigt werden, dass es Anzeichen für ernste Probleme mit der Gesundheit Kims gebe, teilte das Präsidialamt in Seoul mit. Auch gebe es keine Hinweise auf "ungewöhnliche Aktivitäten in Nordkorea".

Auch Moon Chung In, der Sicherheitsberater des südkoreanischen Präsidenten, sagte, er habe keine aktuellen Informationen über Kims Gesundheitszustand. Sowohl das südkoreanische Vereinigungsministerium, das für die Beziehungen der beiden koreanischen Staaten zuständig ist, als auch das Verteidigungsministerium lehnten Stellungnahmen zu den Berichten ab.

Das abgeschottete Nordkorea selbst äußerte sich nicht zu den Berichten über Kim. Pjöngjang kontrolliert Informationen über den Machthaber und seine Familie äußerst streng. Kims Abwesenheit von einer Zeremonie zum Gedenken an seinen 1994 gestorbenen Großvater und früheren Staatschef Kim Il Sung am 15. April hatte zuletzt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand ausgelöst. Noch am 11. April hatte Kim Jong Un ein wichtiges Parteitreffen in Pjöngjang geleitet. Kim hatte am 8. Januar Geburtstag, sein Alter wird in Südkorea auf 36 Jahre geschätzt.

Als Kim im Oktober 2014 wochenlang von der Bildfläche verschwunden war, hatte es ebenfalls Spekulationen um seine Gesundheit gegeben. Der südkoreanische Geheimdienst nahm damals an, dass Kim wegen einer Zyste im rechten Sprunggelenk operierte worden und deshalb wochenlang verschwunden gewesen sei. Die Zyste könne sich wegen des Übergewichts des Diktators jederzeit neu bilden können, hieß es.

Quelle: ntv.de, bad/hul/dpa/AFP

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