Politik

TV-Mann überzeugt Trump Kudlow wird oberster Wirtschaftsberater

Die Entscheidung ist gefallen: Ein Mann aus dem Fernsehen soll US-Präsident Trump künftig in allen ökonomischen Fragen beraten. Larry Kudlow übernimmt die frei werdende Stelle als oberster Wirtschaftsberater im Weißen Haus.

Von der Großbank über die Medien in die Politik: Der prominente TV-Moderator Larry Kudlow wird Donald Trumps oberster Wirtschaftsberater. Das Weiße Haus bestätigte die Personalie und erklärte, Kudlow habe ein entsprechendes Angebot des US-Präsidenten akzeptiert. Der 70-Jährige wird Nachfolger von Gary Cohn, der seinen Posten im Beraterkreis Trumps auf eigenen Wunsch verlässt. Sein Rücktritt als Chef des nationalen Wirtschaftsrats, wie die Stelle offiziell heißt, sollte in einigen Wochen vollzogen werden, hieß es. Gerüchte über eine Ernennung Kudlows als Nachfolger Cohns kursierten bereits seit Tagen.

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Noch offen ist, welche Linie Kudlow als neuer oberster Berater in Wirtschaftsfragen verfolgen wird. Beobachter wiesen darauf hin, dass er sich zuletzt mehrfach gegen Strafzölle ausgesprochen hat. Sein neuer Chef Trump hatte vergangene Woche genau solche Importschranken auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt.

Lawrence A. "Larry" Kudlow moderiert derzeit im Kanal CNBC, daneben arbeitet er auch als Radiomoderator und Kolumnist. Er verfügt bereits über Erfahrung in der Arbeit als politischer Berater: In den 1980er Jahren beriet er die Regierung Ronald Reagans. Kudlow war zudem vor seiner Zeit in den Medien Chef-Ökonom bei der Investmentbank Bear Stearns. Mehrfach hat er einschneidende Steuersenkungen als Treiber des Wirtschaftswachstums bezeichnet.

Wann genau die offizielle Ernennung erfolgen soll, ist noch unklar: Kudlow solle möglicherweise bereits am Donnerstag ernannt werden, berichtete sein bisheriger Arbeitgeber, der Sender CNBC. Das Weiße Haus äußerte sich nicht zum Zeitpunkt der Ernennung.

Der Mann, der aus dem Fernseher spricht

In verschiedenen Berichten merkten Kritiker an, dass Kudlow keinen Abschluss in Ökonomie habe. Seine Stelle bei Bear Stearns soll er aufgrund persönlichen Fehlerverhaltens verloren haben, wie unter anderem die "New York Times" schreibt. Die Rede ist von Alkohol- und Kokain-Missbrauch. Kudlow soll sich damals einer Entziehungskur unterzogen haben, um seine Sucht zu überwinden.

Später wechselte er von der Wall Street in die Medien, wo er zu einer landesweit bekannten Stimme der Wirtschaftsberichterstattung aufstieg. Trump hatte er bereits im Wahlkampf 2016 unterstützt. Kudlow zählt dem Vernehmen nach seit längerem auf informeller Ebene zu seinen loyalsten Beratern. Er gilt zudem als gut vernetzt in der republikanischen Partei. Kommentatoren zufolge dürfte die Ernennung eines TV-Manns wie Kudlow die bereits enge Beziehung Trumps zum Fernsehen als Impuls- und Inputgeber weiter verstärken.

Trumps derzeitiger Top-Wirtschaftsberater Cohn hatte vor dem Hintergrund der Debatte um US-Strafzölle seinen Rückzug aus dem Weißen Haus angekündigt. Der 57-Jährige war maßgeblich an der jüngst verabschiedeten Steuerreform beteiligt, lag mit Trump aber in fast allen anderen Feldern überkreuz. Bei den Strafzöllen stellte er sich bis zuletzt, aber vergebens gegen den Präsidenten.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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