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28, Sozialistin, aus der Bronx Latina siegt überraschend bei US-Vorwahl

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AP

Seit 20 Jahren sitzt Joe Crowley für die Demokraten im Repräsentantenhaus. Doch bei der Vorwahl für den Kongress muss er sich der 28-Jährigen geschlagen geben, die vor kurzem noch kellnerte. Medien sprechen von einer "politischen Revolution".

Einer jungen Latina aus New York ist bei den Vorwahlen zur Bestimmung der Kandidaten für den US-Kongress eine faustdicke Überraschung gelungen. Im internen Rennen der oppositionellen Demokraten um die Kandidatur in einem der Wahlbezirke der Ostküstenmetropole setzte sich die 28-jährige Alexandria Ocasio-Cortez klar gegen den derzeitigen Mandatsinhaber Joe Crowley durch.

Ocasio-Cortez errang in dem Bezirk, der Teile der Stadtviertel Bronx und Queens umfasst, rund 57,5 Prozent der Stimmen. Crowley, der seit 20 Jahren dem Repräsentantenhaus angehört, kam nur auf etwa 42,5 Prozent. Der Sieg der Newcomerin vom linken Parteiflügel ist ein schwerer Schlag für das Partei-Establishment der Demokraten: Crowley gehört der Fraktionsführung an und galt als möglicher Nachfolger der umstrittenen Fraktionschefin Nancy Pelosi.

Die Gemeindeaktivistin Ocasio-Cortez, die bis vor kurzem noch als Kellnerin arbeitete, wird nun bei den Kongresswahlen im November gegen den Republikaner Anthony Pappas antreten. Und sie hat beste Chancen, ins Repräsentantenhaus einzuziehen: ihr Wahlbezirk wird traditionell von den Demokraten dominiert. Die "New York Times" bezeichnete aber schon den Sieg von Ocasio-Cortez in den Vorwahlen als "politische Revolution - oder etwas in der Art". Es handle sich um eine "verblüffende Illustration" der in diesem Jahr herrschenden Dynamik auf der linken Seite des politischen Spektrums.

Trump sieht Demokraten "in Turbulenzen"

Der Sieg von Ocasio-Cortez spiegelt aber auch die Schwierigkeiten der Demokraten wider, zu einem geschlossenen Kurs gegen Präsident Donald Trump zu finden. Der interne Richtungsstreit dreht sich darum, ob die Partei weiter nach links rücken soll, um sich stärker von Trump und den Republikanern abzugrenzen - oder ob sie sich durch einen moderaten Kurs auf Wähler der Mitte fokussieren soll.

Trump selbst bewertete die Niederlage Crowleys als Beleg dafür, dass sich die Demokraten "in Turbulenzen" befänden. Diesen Wahlausgang habe "niemand kommen sehen", schrieb der Präsident auf Twitter. Auch Ocasio-Cortez reagierte völlig überrascht. "Ich kann diesen Zahlen gerade nicht glauben", sagte sie in einer ersten Reaktion am Wahlabend.

Die junge Frau stammt aus einfachen Verhältnissen in der Bronx. Ihre Mutter kommt aus Puerto Rico, ihr verstorbener Vater wurde in der Bronx geboren. Sie studierte Volkswirtschaft und internationale Beziehungen an der Boston University, jobbte aber bis vor kurzem in einem Restaurant, um ihre Mutter zu unterstützen.

Für Ausweitung der Krankenversicherung

In den Vorwahlen der Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur 2016 hatte Ocasio-Cortez für den linksgerichteten Senator Bernie Sanders gearbeitet, der dann gegen Hillary Clinton unterlag. In ihrem eigenen Wahlkampf beschrieb sich die Newcomerin in den vergangenen Monaten als Interessenvertreterin der Arbeiterschicht.

Ocasio-Cortez bezeichnet sich als "demokratische Sozialistin". Sie fordert etwa die Ausweitung von Medicare, der staatlichen Krankenversicherung für Senioren und Behinderte, ein gebührenfreies Studium an einem Teil der öffentlichen Hochschulen und die Abschaffung der Einwanderungsbehörde ICE.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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