Politik

Jan van Aken im ntv FrühstartLinken-Chef warnt vor Trump: "Am Ende sind wir dran"

05.01.2026, 10:26 Uhr
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Donald Trump lässt Venezuelas Staatschef entführen - und die Bundesregierung schaut weg. So jedenfalls schätzt Linke-Chef Jan van Aken die Lage im ntv Frühstart ein. Er fordert eine entschiedene Antwort, auch um Deutschland vor den USA zu beschützen.

Der Parteivorsitzende der Linken, Jan van Aken, warnt davor, US-Präsident Donald Trump den Angriff auf Venezuela durchgehen zu lassen. Andernfalls könne sogar Deutschland selbst zum Ziel Trumps werden. "Jetzt wegzugucken, wenn ein Freund ein Nachbarland überfällt, das führt doch nur dazu, dass das nächste Land und das übernächste Land überfallen wird", sagte van Aken in der ntv-Sendung Frühstart. "Wenn wir weiter zuschauen, sind wir am Ende dran."

Bundeskanzler Friedrich Merz sei zu feige, Trumps Attacke auf Venezuela als Völkerrechtsbruch zu benennen. "Man muss klare Kante zeigen, sonst macht er weiter und stoppt nirgendwo." Wer nicht spure, werde wirtschaftlich oder gleich militärisch unter Druck gesetzt. Das zu Dänemark gehörende Grönland sei das nächste Ziel auf der Liste des US-Präsidenten. "Alle Europäer müssen das klar und deutlich sagen: Kein Millimeter von Grönland geht an die USA."

Eine Stationierung europäischer Truppen in Grönland zur Abschreckung eines amerikanischen Angriffs lehnt van Aken vorerst ab. Dies sei der dritte Schritt vor dem ersten. Der Linke-Chef sprach sich aber dafür aus, dass die europäischen Staaten Botschaften auf der Insel eröffnen und hochrangige Botschafter entsenden. "Dann müssten die Amerikaner Europäer festnehmen, mit militärischer Gewalt, das sollen sie mal tun."

Der Linken-Chef verschärfte seine Forderung nach Sanktionen gegen US-Präsident Trump. Russische Staatsvermögen seien nach dem Angriff auf die Ukraine eingefroren worden. "Was wäre denn, wenn wir anfangen, darüber zu diskutieren, US-amerikanische Staatsvermögen einzufrieren?" Allein die Debatte würde riesigen Aufruhr entfachen, so van Aken. "Aber wir müssen doch darüber reden, wir können doch nicht so tun, als wenn die Amerikaner tun dürfen, was sie wollen."

Zudem solle man sich anzuschauen, womit Trumps Regierungsteam seine Milliarden verdiene. "Und genau diese Industrien muss man angreifen." Die Immobiliengeschäfte Trumps und seiner Gefolgsleute müsse man "an die Kette legen".

Van Aken distanzierte sich bei ntv von dem mutmaßlich linksextremistischen Angriff auf die Stromversorgung in Berlin. "Das ist eine Aktion, das geht überhaupt nicht", sagte der Linken-Vorsitzende. Er wies Kritik daran zurück, dass sich seine Partei bisher kaum zu dem Vorfall geäußert habe. Die Tat gefährde Menschenleben. "Das ist überhaupt nicht akzeptabel und das haben wir klipp und klar gesagt."

Die Reaktion auf den Stromausfall habe zu lang gedauert, kritisierte van Aken. Zudem sei der Katastrophenschutz in Deutschland insgesamt zusammengespart worden. "Das ist ein Fehler gewesen und das rächt sich jetzt."

Quelle: ntv.de, psc/shu