Drohungen gegen MitarbeiterLiveleak kippt Wilders-Film
Der Internetdienstleister Liveleak begründet den Schritt mit "ernst zu nehmenden Drohungen gegen unsere Mitarbeiter".
Der Internetdienstleister Liveleak.com hat den umstrittenen antiislamischen Film des niederländischen Politikers Geert Wilders wieder von seiner Internetseite entfernt. In einer Mitteilung begründet Liveleak den Schritt mit ernst zu nehmenden Drohungen gegen seine Mitarbeiter. Die von dem Rechtspopulisten Wilders gegründete Partei für die Freiheit stellte daraufhin auf ihrer Internetseite Links zu anderen Anbietern zur Verfügung, die den Film ebenfalls zeigen.
Wilders bringt in seinem Streifen Terroranschläge muslimischer Extremisten in einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Text des Korans. Er versteht den Film als "letzte Warnung" vor einer islamischen Weltherrschaft. Der Islam müsse genauso besiegt werden wie Nationalsozialismus und Kommunismus. Die Regierungen mehrerer islamischer Länder haben bereits scharfe Kritik geübt. In den Niederlanden selbst reagierten muslimische Organisationen bislang zwar ablehnend, aber zumeist gelassen auf den provozierenden Streifen. Die niederländische Regierung hat die Veröffentlichung bedauert und zu Toleranz und Respekt aufgerufen.
Nach Einschätzung des Bundeskriminalamts erhöht der Wilders-Film auch in Deutschland die Terrorgefahr. Ebenso wie die jüngsten Drohbotschaften von El-Kaida-Chef Osama bin Laden könne das Video potenzielle Täter anregen, vermutet der für Staatsschutz zuständige Abteilungspräsident Klaus Wittling. BKA-Chef Jörg Ziercke betonte allerdings, dass es derzeit keine konkreten Hinweise auf Anschläge gebe.
Der Rechtspopulist Wilders hatte seinen 15-minütigen Film am Donnerstag im Internet veröffentlicht. Der Streifen trägt den Titel "Fitna" (Zwietracht). Er stellt Verse aus dem Koran in direkten Zusammenhang mit muslimischem Extremismus, setzt den Islam mit dem Faschismus gleich und verlangt ein Verbot des Korans.