Zeichen an Trump?Maduro lässt politische Gefangene frei

US-Präsident Trump setzt Venezuela militärisch unter Druck. Sendet das Maduro-Regime kurz nach dem Jahreswechsel ein Zeichen der Entspannung? Mütter und Angehörige melden am Neujahrstag die Freilassung von Dutzenden politischen Gefangenen.
Die Behörden in Venezuela haben zum zweiten Mal binnen einer Woche Dutzende Menschen freigelassen, die wegen Protesten gegen die Wiederwahl von Staatschef Nicolás Maduro 2024 festgenommen worden waren. Zwei Menschenrechtsgruppen teilten am Donnerstag mit, dass mindestens 87 Menschen freigelassen worden seien.
"Am Morgen des 1. Januar haben Mütter und Angehörige neue Freilassungen von politischen Gefangenen aus dem Tocorón-Gefängnis im Bundesstaat Aragua" im Norden Venezuelas gemeldet, teilte das Komitee für die Freiheit politischer Gefangener in Onlinenetzwerken mit. Das Komitee der Mütter zur Verteidigung der Wahrheit bestätigte die Freilassungen.
Am ersten Weihnachtstag hatte die Regierung die Freilassung von 99 Gefangenen angekündigt und erklärt, es handele sich um "einen konkreten Ausdruck des Engagements des Staates für Frieden, Dialog und Gerechtigkeit". Die führende venezolanische Nichtregierungsorganisation Foro Penal erklärte, sie könne in diesem Fall nur die Freilassung von 61 Gefangenen bestätigen.
Nach der Präsidentschaftswahl im Juli 2024 wurde Amtsinhaber Maduro zum Sieger erklärt, obwohl die Opposition Ergebnisse veröffentlichte, wonach ihr Kandidat die Wahl deutlich gewonnen hatte. Dies löste Massenproteste aus.
2400 Festnahmen bei Protesten
Bei den Demonstrationen wurden offiziellen Angaben zufolge mindestens 28 Menschen getötet. Die Behörden nahmen zudem 2400 Demonstranten fest. Seither wurden offiziellen Angaben zufolge fast 2000 von ihnen wieder freigelassen.
Maduro wird derzeit von US-Präsident Donald Trump militärisch unter Druck gesetzt. Seit September greift die US-Armee immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden bereits mehr als 100 Menschen getötet. Die USA brachten zudem Kriegsschiffe vor der venezolanischen Küste in Stellung. Trump beschuldigt den linksnationalistischen Präsidenten Maduro, Drogenbanden zu kontrollieren und gezielt gegen die USA einzusetzen. Maduro wirft Trump vor, ihn stürzen zu wollen.