Politik

Ex-Wahlkampfmanager Trumps Manafort darf Gefängnis verlassen

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Diese Aufnahme Manaforts entstand im vergangenen Jahr bei einem Gerichtstermin.

(Foto: REUTERS)

Einst war er ein skrupelloser Politikberater, Strippenzieher - und Wahlkampfmanager von Trump. Mittlerweile verbüßt Paul Manafort eine Haftstrafe. Doch nun darf er zumindest das Gefängnis verlassen.

Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, kann seine restliche Haftstrafe wegen der Corona-Pandemie nach Medienberichten zu Hause absitzen. Mehrere US-Medien, darunter die "Washington Post" und der Fernsehsender CNN, berichteten unter Berufung auf Manaforts Anwälte, dieser habe wegen Befürchtungen einer Corona-Infektion aufgrund von Vorerkrankungen die Erlaubnis bekommen, seine weitere Haftstrafe statt im Gefängnis unter Hausarrest zu verbüßen. Manafort gehört damit zu den mehr als 2400 Gefangenen in US-Bundesgefängnissen, die wegen des Coronavirus in den Hausarrest entlassen wurden.

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Gerichte in der US-Hauptstadt Washington und dem Bundesstaat Virginia hatten Manafort im März 2019 zu Haftstrafen von insgesamt siebeneinhalb Jahren verurteilt. Manafort war einer der ersten Beschuldigten, der im Zusammenhang mit der Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller zur Einmischung Russlands in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 angeklagt wurde. Verurteilt wurde er allerdings nicht wegen seiner Tätigkeit für Trump - sondern wegen Steuerhinterziehung und Bankbetrugs. Manafort hatte seine Lobbyistenarbeit für ukrainische Politiker und die daraus sprudelnden Millioneneinnahmen vor den US-Behörden verborgen.

Der mittlerweile 71-Jährige hat jahrzehntelang als Lobbyist und Politikberater gearbeitet und sich dabei einen zweifelhaften Ruf erarbeitet. Zu seinen Klienten zählten Diktatoren und Regime in Afrika, Asien und Südamerika. Mehrere Jahre lang machte er Lobbyarbeit für den damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Trump hatte Manafort im März 2016 in sein Wahlkampfteam geholt und ihn im Juni zum Leiter gemacht. Schon im August jenes Jahres musste er allerdings wieder gehen. Hintergrund waren seine finanziellen Verstrickungen in der Ukraine.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP