Politik

Angriff auf Geologen Mehr als 50 Tote bei Boko-Haram-Angriff

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Eine Explosion - ausgelöst durch Boko Haram - sprengt ein Loch in diese Häuserwand.

(Foto: AP)

Im November gibt das nigerianische Militär grünes Licht für die Erkundung von Öl-Vorkommen im Nordosten des Landes. Dort aber will die Terrorgruppe Boko Haram einen islamischen Gottesstaat errichten. Bei einer Erkundungstour kommt es zum Blutbad.

Beim verheerendsten Angriff der Islamistengruppe Boko Haram seit Monaten sind in Nigeria Dutzende Menschen getötet worden. Mindestens 50 Menschen kamen ums Leben, als ein Konvoi mit Mitarbeitern des staatlichen Ölkonzerns NNPC am Dienstag im Nordosten des Landes in einen Hinterhalt geriet, wie Rettungskräfte und Hilfsorganisationen am Donnerstag mitteilten. Auch Soldaten und Geologen der Universität Maiduguri waren demnach unter den Opfern.

Der Konvoi wurde nahe Magumeri im Bundesstaat Borno angegriffen. Die Zahl der Todesopfer drohe weiter zu steigen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation in Magumeri sagte, allein bis Mittwochabend seien 47 Todesopfer geborgen worden, elf davon seien vermutlich in ihren Fahrzeugen verbrannt. Am Donnerstag wurden demnach sechs weitere Leichen entdeckt. Aus Armeekreisen in der nordöstlichen Stadt Maiduguri hieß es, unter den Todesopfern seien 18 Soldaten.

Ein Angestellter der Universität Maiduguri sagte, unter den Todesopfern seien vier Angestellte der Hochschule, die die Erdöl-Erkundungsmission im Nordosten des Landes begleitet hatten.

Erkundung im unsicheren Nordosten

Boko Haram kämpft seit dem Jahr 2009 gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Die Gruppe verübt unter anderem Angriffe auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 20.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen in die Flucht getrieben.

Trotz der unsicheren Lage im Nordosten des Landes strebt das Opec-Mitglied Nigeria die Erkundung weiterer Vorkommen abseits des ölreichen Niger-Deltas an. In der Region im Süden des Landes war es in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Zwischenfällen und Attacken auf Öl- und Gasfördereinrichtungen gekommen. Die Rebellengruppe Niger Delta Avengers (NDA) forderte, dass die Menschen in der Region stärker von den Öleinnahmen profitieren sollen. Zudem will sie größere Autonomie für das Niger-Delta.

Im vergangenen November gab das Militär grünes Licht für die Erkundung von Öl-Vorkommen im Nordosten des Landes, in der auch die Tschadsee-Region liegt. Öl und Gas sind die wichtigsten Einnahmequellen des Landes. Die Einkünfte tragen in erheblichem Maße zu den Staatseinnahmen bei.

Quelle: ntv.de, chr/AFP