Politik

Blitzumfrage zu Moria-Migranten Mehrheit für Aufnahme von Flüchtlingen

Sollte Deutschland Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager Moria aufnehmen? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Die Politiker diskutieren, aber was denken die Menschen im Land? Eine Blitzumfrage im Auftrag von ntv zeigt eine große Offenheit für die Aufnahme.

Die Bilder der rauchenden Überreste des einstigen Flüchtlingslagers Moria in Griechenland zwingen die Europäer, eine Frage zu beantworten, die sie bislang weitgehend verdrängt haben: Was geschieht nun mit den rund 12.000 Menschen, die dort lebten? In Deutschland fordern die einen schon, nun möglichst viele der Migranten aufzunehmen.

Und das stößt durchaus auf große Offenheit im Land, wie eine Blitzumfrage von Forsa im Auftrag von ntv zeigt. Immerhin die Hälfte der Deutschen (50 Prozent) findet, Deutschland sollte zusammen mit anderen willigen EU-Staaten Flüchtlinge aus dem niedergebrannten Flüchtlingslager Moria aufnehmen. Das trifft besonders bei Anhängern von Grünen und Linkspartei auf Zustimmung.

Das geht aus der repräsentativen Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut am Donnerstag unter 1002 Befragten durchgeführt hat. Ein Drittel der Befragten kann sich aber weniger mit dem Gedanken anfreunden, dass nur eine "Koalition der Willigen" Geflüchtete aufnimmt. 34 Prozent wären nur mit Asyl einverstanden, wenn es eine europaweite Verteilung gibt. Nur eine Minderheit (15 Prozent) ist generell gegen eine Aufnahme.

Schafft eine Aufnahme einen Anreiz?

Mehrere Bundesländer und Kommunen hatten schon vor Monaten die Aufnahme von Flüchtlingen angeboten. Doch muss dem erst die Bundesregierung und dort Innenminister Horst Seehofer zustimmen. Der CSU-Politiker sträubt sich jedoch bislang - abgesehen von jenen 400 Minderjährigen, die nach Frankreich und Deutschland ausreisen dürfen. 60 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Bundesregierung die Angebote williger Bundesländer und Kommunen annehmen sollte, 34 Prozent sind dagegen. Die Zustimmung ist im Westen (62 Prozent) höher als im Osten (49 Prozent).

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Die Parteien diskutieren, ob eine einmalige Aufnahme von Flüchtlingen dazu führen könnte, dass sich die Zahl der nach Europa drängenden Menschen erhöht. 59 Prozent der Bürger glauben, dass das die Konsequenz sein könnte, ein Drittel (33 Prozent) glaubt das nicht.

Bereits seit Jahren ringen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union um einen abgestimmten Flüchtlingskurs. Lediglich 11 Prozent der Bürger glauben, dass es der EU in den nächsten Jahren gelingen wird, sich auf eine gemeinsame Flüchtlingspolitik zu einigen. Die große Mehrheit (82 Prozent) geht jedoch davon aus, dass die EU diese Herausforderung in absehbarer Zeit nicht bewältigen kann. Am pessimistischsten sind dabei die Anhänger von FDP und AfD.

Die Migrationspolitik der Bundesregierung hat die letzten fünf Jahre die politische Stimmung entscheidend geprägt. Ein Drittel der Bürger (37 Prozent) ist mit der Flüchtlingspolitik der Großen Koalition sehr oder eher zufrieden. 39 Prozent sind eher unzufrieden und 22 Prozent sehr unzufrieden. Ostdeutsche sind dabei häufiger unzufrieden als Westdeutsche. Die Anhänger der FDP und der AfD sind ebenfalls überdurchschnittlich unzufrieden.

Quelle: ntv.de, vpe