Politik

In Trumps "Drecksloch" Baltimore Melania Trump wird von Schülern ausgebuht

Im Juli bezeichnet US-Präsident Trump Baltimore als "widerliches, von Ratten und Nagern befallenes Drecksloch", in dem kein Mensch leben wolle. Nun besucht seine Frau die Stadt. Der Empfang der First Lady fällt bei einer Rede vor Jugendlichen wenig herzlich aus.

Für gewöhnlich ist der Umgang mit der First Lady in den USA respektvoll - von den teilweise heftig geführten politischen Auseinandersetzungen wird sie in der Regel ausgenommen. Nicht so aber in diesem Fall: Während einer Rede in Baltimore ist First Lady Melania Trump heftig ausgebuht worden. Das Ganze ereignete sich am Dienstag während einer an Jugendliche gerichteten Veranstaltung gegen Drogenmissbrauch in der Stadt im US-Bundesstaat Maryland. Die hauptsächlich aus Schülern bestehende Menge zeigte deutlich ihr Missfallen, als Melania Trump auf die Bühne trat und in einer kurzen Rede für ein "gesundes und drogenfreies Leben" warb.

Bislang wurde Melania Trump von solchen öffentlichen Missfallensbekundungen ausgenommen - obwohl ihr Ehemann oft einen verbal äußerst rabiaten Umgang mit seinen politischen Gegnern pflegt. Dass diesmal auch Melania Trump ausgepfiffen wurde, dürfte seinen Grund in Äußerungen von Donald Trump haben: Der US-Präsident hatte Baltimore im Juli wild beschimpft. Dabei bezeichnete er die mehrheitlich von Schwarzen bewohnte Stadt unter anderem als "widerliches, von Ratten und Nagern befallenes Drecksloch". Es sei der "schlimmste" und "gefährlichste" Ort in den USA, twitterte Trump damals. "Kein menschliches Wesen würde dort leben wollen."

Trump war danach von allen Seiten Rassismus vorgeworfen worden - nicht nur vom politischen Gegner, sondern auch von Parteikollegen. Anstatt zurückzurudern, bekräftigte er seine Aussage jedoch und nannte Baltimore mit Blick auf die dort verübten Gewaltverbrechen "schlimmer als Honduras". Die Attacken des US-Präsidenten hatten sich vor allem gegen den inzwischen verstorbenen schwarzen demokratischen Abgeordneten Elijah Cummings gerichtet, der aus Baltimore kommt. Er ist Vorsitzender des Ausschusses zur Kontrolle der Regierung im Repräsentantenhaus und hatte unter anderem Untersuchungen zu den Migrantenunterkünften an der US-Grenze angestoßen.

Quelle: ntv.de, ftü/AFP