Politik

Unscheinbar, unfähig, krawallig Merkel kritisiert eigene Leute

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Besonders Fraktionschef Volker Kauder soll die Kanzlerin in letzter Zeit enttäuscht haben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Kanzlerin ist unzufrieden mit der Arbeit einiger ihrer führenden Parteileute. Die einen grätschen mit ewiger Kritik dazwischen, andere scheinen abgetaucht. Merkel fürchtet angeblich schon das Schicksal der SPD, die in der ersten Großen Koaltion unterging.

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Macht nichts aus den Bildungsmilliarden: Mit ihrer Bildungsministerin Johanna Wanka ist Merkel angeblich nicht zufrieden.

(Foto: imago/Xinhua)

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht ihren Regierungserfolg einem Zeitungsbericht zufolge durch Streit in der eigenen Partei sowie durch schwache Minister gefährdet. Merkel habe zuletzt im kleinen Kreis beklagt, dass sich die Unionsfraktion mit Kritik an der Koalitionspolitik bei den Wählern unbeliebt mache, heißt es in der "Bild am Sonntag".

Einige Unionspolitiker täten dies bei Themen wie Rente und Mindestlohn und verliehen dadurch der SPD Auftrieb. Das gleiche Schicksal habe die SPD in der ersten Großen Koalition von 2005 ereilt. Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs etwa fordert zusätzliche Ausnahmen vom Mindestlohn für Saisonarbeiter, Erntehelfer und junge Leute über 18 Jahren. Die Befürchtung der Kanzlerin ist laut "Bams", dass ein möglicher Erfolg der teils von der SPD angestoßenen Großprojekte der Großen Koalition dann eben nicht den Zauderern gutgeschrieben wird.

Kauder schwach, Schmidt blass, Wanka uninspiriert

Kritisch bewertet Merkel laut dem Bericht auch die Leistung führender Unionspolitiker. Mehrere Minister sowie Fraktionschef Volker Kauder kommen dabei nicht gut weg. Letzterer wurde sogar gar nicht erst in heikle Verhandlungen mit der SPD wie die über die Rente geschickt. Stattdessen saß der Merkel-Vertraute und Kanzleramtschef Peter Altmaier dort am Tisch. Gleiches gilt für die Mindestlohn-Gespräche.

Von ihrer Forschungsministerin Johanna Wanka sei Merkel enttäuscht, weil diese zu wenig aus der Bildungspolitik und dem Milliardenbudget ihres Haushalts mache. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt von der CSU stehe bei der Kanzlerin in der Kritik, weil er zu wenig von sich hören lasse. Lobend habe sich Merkel hingegen über Gesundheitsminister Hermann Gröhe geäußert.

Laut "Bams" plant Merkel noch vor der Sommerpause einen Koalitionsausschuss, um für mehr Zusammenhalt in ihrer Partei und zwischen den Koalitionären zu sorgen. Auch mit der nun lancierten Kritik an ihren Leuten dürfte sie aber bereits manchen Unionspolitiker aufgerüttelt haben.

Quelle: ntv.de, nsc/rts