Politik

Novum in Pakistan Mullahs werben für Transsexuellen-Heirat

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(Foto: dpa)

Während Homosexualität verboten ist, erlauben Länder wie der Iran oder Pakistan Transsexualität. In Pakistan setzt sich jetzt eine Gruppe von Klerikern für die Ehe zwischen Transsexuellen ein - mit einer kleinen Einschränkung.

Eine Gruppe islamischer Kleriker hat Transsexuellen in Pakistan die Erlaubnis erteilt, zu heiraten. 50 Mitglieder der Geistlichen-Vereinigung Tanzeem Ittehade-i-Ummat Pakistan hätten das Verdikt (Fatwa) am Sonntag erlassen, sagte ihr Sprecher Muhammad Zia ul Haq Naqshbandi. "Transsexuelle sind Menschen, und sie haben im Islam Rechte."

Das Dokument besagt, dass ein Transsexueller "mit klaren männlichen Merkmalen" eine Frau oder eine Transsexuelle mit "weiblichen Merkmalen" heiraten könne. Andersherum könne eine Transsexuelle mit klaren weiblichen Merkmalen einen Mann oder einen Transsexuellen mit männlichen Merkmalen heiraten. Allerdings könne ein Transsexueller mit weiblichen und männlichen Merkmalen nicht heiraten.

Ob diese Fatwa heiratswilligen Transsexuellen für einen Bund der Ehe reicht oder ob eine Fatwa mit zivilen Gesetzen kollidiert, blieb unklar. Die Mullahs betonten außerdem, dass es unislamisch sei, Transsexuelle zu "ärgern oder zu demütigen". Die Klerikervereinigung wurde 2014 gegründet und gibt an, Mullahs aller islamischen Strömungen zu vertreten.

Es gibt in Pakistan mehr als 200.000 bekennende Transsexuelle. Der Oberste Gerichtshof des Landes hatte 2009 bestimmt, dass sie die Möglichkeit haben sollen, ihr Geschlecht in ihrem Personalausweis zu registrieren. Sie müssen aber in der konservativ-muslimischen Gesellschaft Pakistans gegen Vorurteile und Diskriminierung kämpfen.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa