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Präsidentenwahl in Tschechien Mutmaßliche Morddrohung: Babis sagt Termine ab

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In Tschechien läuft der Wahlkampf.

(Foto: picture alliance/dpa/CTK)

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Kurz vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Tschechien hat Kandidat Andrej Babis laut eigenen Angaben eine Morddrohung erhalten. Der Milliardär sagt deswegen einen Auftritt ab. Seine Chancen auf das Amt stehen laut Umfragen derzeit eher schlecht.

Der tschechische Präsidentschaftskandidat und Ex-Ministerpräsident Andrej Babis hat nach eigenen Angaben einen anonymen Brief mit einer Morddrohung erhalten. "Entweder verlieren Sie oder Sie sterben", habe es darin geheißen, wie Babis sagte. Der Milliardär kündigte daraufhin an, bis zur Stichwahl am Freitag und Samstag gegen seinen Herausforderer und Ex-NATO-General Petr Pavel an keinen weiteren öffentlichen Kundgebungen teilzunehmen. Eine geplante Veranstaltung in Hradec Kralove (Königgrätz) wurde abgesagt.

Pavel warf Babis vor, den Ton im Wahlkampf zuletzt selbst verschärft zu haben und rief ihn zur Mäßigung auf. "Infolge dieser Kampagne hat der Konflikt in der Gesellschaft ein kritisches Niveau erreicht", bemängelte der frühere Vorsitzende des NATO-Militärausschusses bei Twitter. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs behauptete Babis auf Wahlplakaten, Pavel wolle keinen Frieden. Wer Frieden wolle, müsse Babis wählen.

Aktuelle Umfragen sehen den Pavel deutlich vor Babis. Nach einer Befragung der Agentur Median kann der General a. D. mit 57,9 Prozent der Stimmen rechnen, der Milliardär aber nur mit 42,1 Prozent. Die Umfrage fand vom 20. bis 22. Januar unter 1161 Teilnehmern statt.

Drittplatzierte unterstützt Pavel

In der ersten Runde der tschechischen Präsidentschaftswahl Mitte Januar landete die Wirtschaftsprofessorin Danuse Nerudova abgeschlagen auf Rang drei hinter den beiden Kandidaten. "Hier gibt es immer noch sehr viel Böses und das heißt Andrej Babis", sagte sie danach vor Anhängern und der Presse. Sie forderte ihre Wähler zudem auf, für Pavel zu stimmen. Zur Stichwahl kommt es, weil keiner der Kandidaten in der ersten Runde die 50-Prozent-Hürde erreichte.

Sowohl Babis als auch Pavel sind stärker prowestlich orientiert als der aus dem Amt scheidende Präsident Milos Zeman, der sich für engere Beziehungen zu China und vor dem Krieg in der Ukraine auch zu Russland stark gemacht hatte. Milliardär Babis hat sich gegen weitere Ukraine-Hilfen ausgesprochen. Pavel hingegen ist für eine weitere Unterstützung des Landes - und schließt dabei auch Waffenlieferungen mit ein.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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