Politik
SPD-Chefin Andrea Nahles mag Pferde.
SPD-Chefin Andrea Nahles mag Pferde.(Foto: picture alliance/dpa)
Sonntag, 21. Oktober 2018

Abwegiges Thema trotz SPD-Krise: Nahles verteidigt neuen Pferde-Kreis

Die SPD steckt in einer Krise, gerade erst hat sie bei der Bayernwahl ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren. Einige Sozialdemokraten finden es da befremdlich, dass Chefin Nahles ausgerechnet jetzt bei einen kuriosen Parlamentskreis mitwirkt.

SPD-Chefin Andrea Nahles hat ihren Einsatz für die Gründung eines "Parlamentskreises Pferd" verteidigt. Gemeinsam mit anderen Parlamentariern will die Partei- und Fraktionsvorsitzende damit die Bedeutung von Pferden für Wirtschaft, Freizeit und Kultur würdigen. "Fast vier Millionen Reiterinnen und Reiter gibt es in Deutschland. Ich bin eine davon", sagte sie der "Bild am Sonntag".

"Parlamentarier sollen den Kontakt zu allen Teilen der Gesellschaft haben", betonte Nahles. "Pferde sind wunderbare Tiere, sie begleiten uns Menschen seit Jahrtausenden. Ich liebe einen Ausritt in der Herbstlandschaft. Da bekomme ich den Kopf frei."

Auf Initiative des CDU-Abgeordneten Dieter Stier soll der Pferde-Kreis am 20. November gegründet werden. Nahles gehört neben Stier, Alois Gerig von der CDU und Pascal Kober von der FDP zu den vier einladenden Bundestagsabgeordneten.

In der SPD-Fraktion hatte dies angesichts der tiefen Krise der Partei für Befremden gesorgt. "Es gibt ja zumindest mehr Pferde als SPD-Wähler in Bayern", habe ein Abgeordneter in einer Sitzung ironisch eingeworfen, hieß es aus Fraktionskreisen. "Wie kein anderes Tier hat das Pferd den Menschen beeinflusst: Über 5000 Jahre prägte das Pferd Fortbewegung und Transport, Landwirtschaft und Militär", heißt es im Einladungsschreiben. "Mehr als 300.000 Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt mit dem Pferd."

Quelle: n-tv.de