Politik

Unwetter stört 250-Jahr-FeierNational Mall evakuiert - Trumps Rede verschoben

05.07.2026, 04:30 Uhr
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Völkerwanderung am Unabhängigkeitstag. Wegen Unwetter wird die National Mall in Washington geräumt. (Foto: AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)

Statt des von Trump versprochenen Feuerwerks ziehen Sturmwolken mit Blitz und Donner über Washington auf. Die Festmeile zur 250-Jahr-Feier wird geräumt, Tausende Besucher evakuiert. Der US-Präsident hält daran fest, seine Rede zu halten, egal wann.

Während der Feierlichkeiten zum 250. Gründungstag der USA haben Tausende Besucher das Festgelände in der Hauptstadt Washington wegen einer Unwetterwarnung verlassen müssen. Die Veranstalter riefen die Gäste auf, in umliegenden Museen, Ministerien und anderen öffentlichen Gebäuden Unterschlupf zu suchen. Informationen dazu, wann und wie es weitergehe, würden schnellstmöglich mitgeteilt.

Tausende Menschen zogen daraufhin durch die Straßen in der Nähe des Weißen Hauses und der National Mall. Die Teilnehmer - viele in den Landesfarben Rot, Blau und Weiß - saßen in überfüllten Cafés oder campierten mit ihren Klappstühlen direkt auf dem Bürgersteig. Nach extremer Hitze mit Temperaturen bis an die 40 Grad hatte es für den Abend eine Sturm- und Gewitterwarnung gegeben. Zuvor hatten Besucher bei Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius und unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen stundenlang auf den Einlass gewartet. Die Rekordhitze hatte bereits zur Absage mehrerer Paraden und anderer Veranstaltungen in der Region geführt.

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Sturmwolken über dem Festgelände in Washington. (Foto: AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)

Trumps Rede verspätet sich

Bei der Evakuierung kam es laut Reportern teils zu chaotischen Szenen. Einige weigerten sich, das mit Zäunen abgesperrte Gelände zu verlassen. Andere stürmten mit "Trump, Trump"-Rufen durch die Eingänge hinein, während wiederum andere Menschen versuchten, sich vor den Blitzen in Sicherheit zu bringen.

Bei der Veranstaltung an der National Mall sollte es neben Konzerten auch eine Rede von US-Präsident Donald Trump geben. Zudem war ein großes Feuerwerk erwartet worden. Trump postete kurz nach dem Evakuierungsaufruf auf Truth Social, er werde seine Rede halten, egal wann. Aktuell sei sie für 23.00 Uhr (5.00 Uhr deutscher Zeit) geplant.

Umfrage: US-Bürger beklagen Politisierung der Feier

Frühere US-Präsidenten haben Auftritte bei den Feierlichkeiten zum 4. Juli meist vermieden, Trump hat jedoch die Grenze zwischen offiziellem Gedenken und Wahlkampf verwischt. Die von der Trump-Regierung ins Leben gerufene Organisation "Freedom 250" hat ein überparteiliches Gremium, das 2016 für die Organisation des Jubiläums gegründet wurde, weitgehend ins Abseits gedrängt. Stattdessen wurde ein Großteil der National Mall für eine "Great American State Fair" abgesperrt, bei der es neben einem Riesenrad auch Stände von konservativen Gruppen und Rüstungsunternehmen gab. Mehrere von Demokraten geführte Bundesstaaten lehnten eine Teilnahme ab, und viele Künstler sagten ihre Auftritte aus Sorge vor der parteipolitischen Ausrichtung ab.

Unter den Besuchern befanden sich auch hunderte Anhänger der rechtsextremen Organisation "Patriot Front", die mit der U-Bahn in die Stadt kamen. Gewalttätige Zwischenfälle wurden der Polizei zufolge jedoch nicht gemeldet. Eine Umfrage von Reuters/Ipsos ergab, dass eine Mehrheit der US-Bürger, darunter drei Viertel der Demokraten und die Hälfte der Republikaner, die Feierlichkeiten als zu politisch empfindet. Zu den weiteren von "Freedom 250" organisierten Veranstaltungen gehören eine Glaubenskundgebung mit überwiegend konservativen christlichen Rednern sowie "Freedom Trucks", die nach Ansicht von Kritikern eine übermäßig religiöse Darstellung der US-Geschichte bieten und Themen wie Sklaverei beschönigen.

Trump hatte vor den Feierlichkeiten versucht, weite Teile der Hauptstadt umzugestalten. Während viele Brunnen und Statuen renoviert wurden, gab es Probleme bei der Sanierung des Reflexionsbeckens am Lincoln Memorial. Dort wachen nun Sicherheitskameras und Soldaten über abblätternde Farbe und algenverseuchtes Wasser.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/rts

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