Politik
Nur wenige Rechtsextremisten marschierten durch Washington.
Nur wenige Rechtsextremisten marschierten durch Washington.(Foto: REUTERS)
Sonntag, 12. August 2018

Jahrestag von Charlottesville: Neonazis demonstrieren vor Weißem Haus

Es sollte die maximale Provokation werden: Ein Jahr nach den blutigen Ereignissen während einer Neonazi-Kundgebung in Charlottesville melden Rechtsextremisten eine Neuauflage in der US-Hauptstadt an. Nur folgen will dem Aufruf kaum einer.

Zum Jahrestag der tödlichen Proteste in Charlottesville haben sich Rechtsextremisten für eine Demonstration in der US-Hauptstadt Washington versammelt. Die Extremisten wurden am Sonntagnachmittag von Polizisten von der U-Bahn zum Ort der Demonstration vor dem Weißen Haus eskortiert, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Der Sender Fox News sprach von nur einigen Dutzend Rechten, denen eine vielfach größere Zahl an Gegendemonstranten gegenüberstand.

Vor dem Weißen Haus hatten die Behörden für den Sonntagabend eine zweistündige Veranstaltung unter dem Motto "Vereint die Rechte 2" genehmigt. Aus der Genehmigung ging hervor, dass die Veranstalter mit 100 bis 400 Teilnehmern rechneten. Auch eine Gegendemonstration fand dort statt, zu dieser wurden deutlich mehr Menschen erwartet. Die Polizei hatte angekündigt, die beiden Gruppen getrennt zu halten.

Im Zuge der Demonstration "Vereint die Rechte" in Charlottesville war es am 12. August 2017 zu schweren Ausschreitungen gekommen. Ein Rechtsextremist steuerte ein Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten. Die 32-jährige Heather Heyer starb, viele Menschen wurden verletzt.

US-Präsident Donald Trump war nach den Zusammenstößen vor einem Jahr dafür kritisiert worden, die rechtsextreme Gewalt nicht eindeutig verurteilt zu haben. "Ich denke, dass die Schuld auf beiden Seiten liegt", hatte er damals gesagt. Es habe auf beiden Seiten auch "sehr gute Menschen" gegeben. Trump hatte damit Empörung ausgelöst. Vor dem Jahrestag hatte er am Samstag auf Twitter mitgeteilt, er verurteile "alle Formen von Rassismus und Gewalttaten".

Quelle: n-tv.de