Politik

"Baltimore ist ein Drecksloch" Neue Rassismusvorwürfe gegen Trump

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Trump selbst findet, er sei völlig frei von Rassismus.

(Foto: REUTERS)

In Baltimore sind Weiße in der Minderheit, weit über 60 Prozent der Einwohner sind Afroamerikaner. Donald Trump ist sich sicher: "Kein Mensch würde dort leben wollen". Das kommt auch außerhalb der schwarzen Community nicht gut an.

US-Präsident Donald Trump hat sich mit Twitter-Äußerungen über den afroamerikanischen Abgeordneten Elijah Cummings erneut Rassismus-Vorwürfe eingehandelt. Trump äußerte sich herablassend über die mehrheitlich von Schwarzen bewohnte Stadt Baltimore, die teilweise zum Wahlkreis von Trump-Kritiker Cummings gehört. "Cumming (sic) Wahlkreis ist ein widerliches, von Ratten und Nagern befallenes Drecksloch." Es sei der "schlimmste" und "gefährlichste" Ort der USA.

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"Kein Mensch würde dort leben wollen", fuhr Trump in seiner Twitter-Tirade fort. Damit zielte er offenkundig auf die Kritik des Demokraten Cummings an seiner verschärften Asyl-Politik an der Grenze zu Mexiko. Cummings habe sich über die "großartigen Männer und Frauen des Grenzschutzes" und die Lage an der Südgrenze der USA ausgelassen, während "sein Baltimore-Wahlkreis weitaus schlimmer und gefährlicher" sei.

Die Vorsitzende des Abgeordnetenhauses Nancy Pelosi nannte Trumps Twitter-Botschaften "rassistisch". Cummings sei ein angesehener Kollege und trete für Bürgerrechte und wirtschaftliche Gerechtigkeit ein. "Wir alle weisen die rassistischen Attacken gegen ihn zurück." Der demokratische Bürgermeister von Baltimore und afroamerikanische demokratische Politiker Bernard Young kritisierte Trumps Rhetorik als "schmerzlich und gefährlich" sowie "völlig unannehmbar".

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Cummings Wahlkreis liegt auch in Baltimore.

(Foto: REUTERS)

Cummings selbst antwortete ebenfalls via Twitter: "Herr Präsident, ich kehre täglich in meinen Wahlkreis nach Hause zurück. Jeden Morgen wache ich auf, und ich gehe raus und kämpfe für meine Nachbarn. Es ist meine verfassungsgemäße Pflicht, die Aufsicht über die Exekutive auszuüben. Aber es ist meine moralische Pflicht, für meine Wähler zu kämpfen." Cummings ist Vorsitzender des Ausschusses für Aufsicht und Reformen im Repräsentantenhaus. Er ist ein scharfer Trump-Kritiker und hatte zuletzt Untersuchungen zu den Zuständen in Sammellagern für Migranten an der US-Grenze angestoßen.

Trump verteidigt sich mit Videos

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Trump wiederum reagierte auf die Rassismus-Vorwürfe und die Kritik, indem er mehrere Videos teilte, die die von ihm angesprochene Situation in Baltimore zeigen sollen. Darauf sind unter anderem vermüllte Vorgärten von Stadthäusern zu sehen. Er warf Cummings vor, nichts für "seinen sehr armen und sehr gefährlichen und sehr schlecht regierten Wahlkreis zu tun". Er versah seinen Tweet mit dem Hashtag #BlacksforTrump2020.

Das US-Repräsentantenhaus hatte erst Mitte des Monats "rassistische Kommentare" Trumps gegen vier demokratische Abgeordnete scharf verurteilt. Der Präsident hatte zuvor mit fremdenfeindlichen Tiraden gegen Abgeordnete mit Migrationshintergrund für Empörung gesorgt. Er warf Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley unter anderem vor, die USA zu "hassen", und rief sie auf, in die Herkunftsländer ihrer Familien zurückzugehen. Drei der vier angegriffenen Frauen sind in den USA geboren. Die Attacken wurden in den USA und auch im Ausland scharf kritisiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel etwa solidarisierte sich mit den Frauen und distanzierte sich von Trump.

Quelle: n-tv.de, ino/AFP

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