Politik

Nach Cohen-Aussage New York nimmt Trump-Firma unter die Lupe

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Der Trumptower in Manhattan, Sitz der Trump Organization.

(Foto: imago/IP3press)

Es ist keine gute Woche für US-Präsident Trump. Erst sagt sein ehemaliger Anwalt Cohen aus. Und nun könnte ein Bezirksstaatsanwalt auch noch gegen die Trump Organization vorgehen und deren Finanzen beleuchten.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft erwägt strafrechtliche Ermittlungen gegen eine Firma von US-Präsident Donald Trump. Dies berichtet die Finanzagentur Bloomberg. Demnach könnte der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, Cyrus Vance, strafrechtliche Vorwürfe gegen die Trump Organization und zwei Führungskräfte erheben. Dabei geht es offenbar auch um eine möglicherweise unsachgemäße Verbuchung des Schweigegelds für ein Playmate, das behauptet, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben.

Brisant dabei ist: Der Spielraum des Präsidenten hier ist gering. Bei Vergehen, bei denen die Staatsanwaltschaft eines einzelnen Bundesstaates klagt, hat er nicht die Möglichkeit, das Verfahren einzustellen.

Schweigegeld als Rechtskosten verbucht

Von den Ermittlungen der New Yorker Staatsanwaltschaft ist offenbar auch Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen betroffen. So beantragte Generalstaatsanwältin Barbara Underwood vom Ministerium für Steuern und Finanzen auch eine strafrechtliche Steuerprüfung von dessen Aktivitäten.

Cohen hatte sich am Dienstag vor einem Gericht in New York schuldig bekannt und ausgesagt, in Trumps Auftrag Schweigegelder an zwei Frauen gezahlt zu haben, die behaupten, Sex mit dem damaligen Präsidentschaftskandidaten gehabt zu haben. Eine von ihnen ist der Pornostar Stormy Daniels. Das Geld soll gezahlt worden sein, um Schaden vom Wahlkampf abzuwenden. Solche Zahlungen unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften.

Im Rahmen dieser Ermittlungen könnten die Behörden möglicherweise einen Blick in die Finanzen der Trump Organization werfen, die dieses Geld laut Gerichtsunterlagen ausgezahlt hat. Verbucht wurden sie dabei als Rechtskosten. Bislang hat Trump sich geweigert, die Bücher zu öffnen. Personen aus Trumps Umfeld könnten sich nun angespornt fühlen, ebenfalls mit den Ermittlern zu sprechen, schreibt Bloomberg.

Im Zuge der Ermittlungen gegen Cohen rückt auch eine weitere Schlüsselfigur aus Trumps Firmenkonsortium in den Fokus: Finanzchef Allen Weisselberg. Medienberichten zufolge wurde ihm Immunität zugesichert, wenn er in der Schweigegeld-Affäre aussagt. Das könnte noch brisant werden, da er der Mann ist, der den wohl besten Einblick in Trumps Geschäfte hat - von der Steuererklärung bis zu Firmenverkäufen.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa