Politik

Nach MH17-Katastrophe Niederländer wollen Putin-Tochter ausweisen

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Über sein Privatleben und die eigenen Töchter spricht Wladimir Putin nur ungern. Bilder von Maria und Jekaterina gibt es keine.

(Foto: REUTERS)

Wer ist schuld am Absturz der MH17? Die Niederländer trauern. Der Zorn vieler richtet sich vor allem gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Dessen Tochter wohnt in der Nähe von Den Haag - wenn es nach einem Bürgermeister ginge aber nicht mehr lange.

Trauma, Wut, 193 Tote - eine Woche nach dem Absturz der MH17 herrscht in den Niederlanden noch immer Entsetzen über das Schicksal der eigenen Landsleute. Der Ärger richtet sich vor allem gegen Russland und Wladimir Putin. Aus Sicht vieler Holländer starben die Passagiere, weil der russische Präsident die Aufständischen in der Ostukraine mit Waffen unterstützt. Die Wut bekommt in diesen Tagen jedoch weniger Putin selbst zu spüren, sondern seine Tochter Maria - genannt Mascha.

Die 29-Jährige lebt angeblich seit zwei Jahren gemeinsam mit ihrem Freund in einem Luxus-Appartement in der Nähe von Den Haag - in einem Viertel, das Krimwijk heißt und damit an die annektierte Schwarzmeerhalbinsel erinnert. Für Aufsehen sorgte nun eine Äußerung von Pieter Broertjes, dem Bürgermeister von Hilversum, der Stadt, in der die Opfer der Flugzeugkatastrophe identifiziert werden. Broertjes forderte in einem Radio-Interview, Putins Tochter aus den Niederlanden auszuweisen - als "ultimative Sanktion an die Adresse des russischen Präsidenten".

In den sozialen Netzwerken erhielt Broertjes für seinen Aufruf teilweise viel Zuspruch. Über Twitter und Facebook ging die Hetzjagd weiter. "Wenn meine Tochter in dem Flugzeug gesessen hätte, würde ich die Tochter von Putin überfahren", schrieb ein niederländischer Künstler. Andere Nutzer posteten die Adresse und Bilder des Gebäudes, in dem Mascha angeblich wohnt. Versehen mit Hinweisen wie "Wenn ihr Putins Tochter besuchen wollt, hier ist die Adresse."

Doch Broertjes scheint seine eigene Äußerung nun selbst etwas unheimlich geworden zu sein. Er ruderte verbal zurück. Seine Anmerkung sei nicht klug gewesen, twitterte er am Mittwoch. Sie sei aus einem Gefühl der Hilflosigkeit entstanden.

Quelle: ntv.de, cro