Politik
Mittwoch, 04. Mai 2011

Hinrichtungen, Folter, Sklaverei: Nordkorea baut Straflager aus

Amnesty International veröffentlicht Satellitenbilder nordkoreanischer Gefangenenlager und berichtet von den schlimmsten Bedingungen, die die Menschenrechtsorganisation je beobachtet hat. Um die 200.000 Menschen sollen in Haft sein. Häftlinge sprechen von öffentlichen Hinrichtungen.

Alles unter Kontrolle? Nordkoreanische Soldaten an der Grenze zum Süden.
Alles unter Kontrolle? Nordkoreanische Soldaten an der Grenze zum Süden.(Foto: REUTERS)

Das kommunistische Nordkorea hat nach Angaben von Amnesty International seine "unmenschlichen" Straflager für politische Gefangene in den vergangenen zehn Jahren ausgebaut. Zurzeit würden etwa 200.000 Menschen unter "schrecklichen Bedingungen" in diesen Arbeitslagern gefangen gehalten, berichtete die Menschenrechtsorganisation.

"Hunderttausende Menschen existieren praktisch ohne Rechte und werden im Grunde als Sklaven behandelt", wird der Leiter von Amnesty für die Region Asien-Pazifik, Sam Zarifi, zitiert. Es herrschten in den Lagern die schlimmsten Bedingungen, die die Organisation in den vergangenen 50 Jahren dokumentiert habe.

"Bedeutende Zunahme des Lagerumfangs"

Frühere Häftlinge des Straflagers Yodok schilderten demnach, wie sie mehrfach gefoltert worden seien, öffentliche Hinrichtungen gesehen hätten und unter Bedingungen zur Arbeit gezwungen worden seien, die an Sklaverei grenzten.

Den jüngsten Bericht über die Internierungslager hat Amnesty nach eigenen Angaben auf der Grundlage neuer Satellitenbilder und Schilderungen ehemaliger Häftlinge und Wächter verfasst. Ein Vergleich mit Bildern aus dem Jahr 2001 enthülle "eine bedeutende Zunahme des Lagerumfangs", hieß es. Das Regime des kommunistischen Landes könne die Existenz der Lager nicht mehr bestreiten. Amnesty rief Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il auf, die Lager sofort zu schließen.

Quelle: n-tv.de