Politik

Im US-Kongress den Tränen nahe Ocasio-Cortez räumt mit "Mythen" auf

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Alexandria Ocasio-Cortez ist seit ihrer Wahl überaus aktiv - so leitet sie etwa den Bürgerrechtsausschuss des Repräsentantenhauses.

(Foto: REUTERS)

Sie ist das jüngste Mitglied des US-Kongresses und ein populäres Gesicht der Demokraten: Alexandria Ocasio-Cortez. Nach vier Monaten im Amt offenbart die Abgeordnete ihre Eindrücke. Sie berichtet von Schlafmangel und gnadenlosem Druck.

Seit Januar ist Alexandria Ocasio-Cortez die jüngste Abgeordnete im Repräsentantenhaus des US-Kongresses. Die 29-Jährige Demokratin aus New York bewegt sich selbstverständlich bei Twitter, Facebook und in anderen Medienkanälen, fast permanent gibt es Fotos und Videos von ihrer Arbeit dort zu sehen. Bei Instagram hat sie der Öffentlichkeit nun seltene Einblicke in die persönlichen Auswirkungen des Politikerlebens eröffnet. Wegen der öffentlichen Aufmerksamkeit sei es "fast unmöglich" zuzugeben, unter welchem Druck man stehe.

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Ocasio-Cortez gilt als Hoffnungsträgerin der Demokraten.

(Foto: REUTERS)

"Ich denke der größte Mythos ist, dass die Arbeit im Kongress einfach sei; oder dass die Stunden schnell vergehen und die Abgeordneten nicht wirklich hart arbeiten würden", schreibt sie. "Ich sehe Abgeordnete ziemlich häufig den Tränen nahe. Weil sie wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen können, wegen Schlafmangels oder den ungerechten Angriffen und des gnadenlosen Drucks." Als Kongressmitglied rede man eigentlich nicht über diese Dinge. "Es kann leicht als Jammern ausgelegt werden, und Gegner sagen dann: 'Du hast Dir das ausgesucht'."

Einer aktuellen Umfrage zufolge sind nur 20 Prozent der US-Amerikaner mit der Arbeit ihrer Parlamentarier zufrieden, 77 Prozent dagegen nicht. Es ist das negativste Stimmungsbild in der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Gallup seit Juli 2018. Das könnte auch mit der höchst konfrontativen Situation mit dem Weißen Haus und US-Präsident Donald Trump zu tun haben. Im Repräsentantenhaus, wo auch Ocasio-Cortez Abgeordnete ist, sind die oppositionellen Demokraten in der Mehrheit.

Ocasio-Cortez gehört zum linken Flügel der Partei und gilt wegen ihres überraschenden Wahlerfolgs, ihres Alters und ihrer klaren Ansprache als eine der "Shooting Stars" der Demokraten. Sie ist eine der Autoren des "Green New Deal", ein Konzept, das eine US-Energiewende weg von fossilen Energieträgern in ein gesamtwirtschaftliches Konzept einbettet.

"Wenn Du wirklich etwas bewegen willst - unabhängig vom Inhalt - dann ist es ein extrem anspruchsvoller Job", schreibt die Abgeordnete weiter. "Es ist nur 'einfach', wenn du nicht zu Bürgergesprächen gehst, keine Bündnisse bilden oder fortschrittliche Gesetze einbringen und verabschieden willst." In ihren Ausführungen betont sie, dass ihre Beschreibungen für alle gelten. "Auch Mitglieder, mit denen ich gar nicht übereinstimme und die Konzerninteressen vorantreiben, machen Überstunden, um ihre Projekte durchzudrücken."

Den Einblick teile sie nicht um zu jammern, betont Ocasio-Cortez. Sie tue es für all jene, die mit dem Gedanken spielen, selbst einen Posten im Kongress anzustreben.

Quelle: n-tv.de, rpe

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